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CD-Rezension Riccardo Chailly

Halber Zunder

Kein revolutionärer Zauber: Riccardo Chailly verzichtet bei Mendelssohn auf das letzte Risiko

vonChristoph Vratz,

Mit seinen Beethoven- und Brahms-Zyklen hat Riccardo Chailly das Gewandhausorchester zuletzt zu Höchstleistungen animiert. Jetzt hat er ein Mendelssohn-Album veröffentlicht, mit Auszügen aus der Sommernachtstraum-Musik, der Ouvertüre zu Ruy Blas und mit den beiden Klavierkonzerten mit dem palästinensisch-israelischen Pianisten Saleem Ashkar als Solist. Keine Frage, das hat Zunder, das hat Klasse, das rauscht und flirrt romantisch, das Orchester spielt herrlich balanciert, aber den revolutionären Zauber, den Chailly mit den genannten Vorgänger-Projekten entfacht hat, erreicht er hier nicht. Der per se warme Klang des Orchesters wirkt angenehm hell, doch fehlt es etwa dem Scherzo an unverwechselbarem Brio, das sich eher „con fuoco“ des ersten Klavierkonzerts vermittelt. Ashkar spielt mit großer Beweglichkeit, doch an die Leistungen von Serkin oder Perahia, reicht er nicht heran.

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