Fraktale Klänge

CD-Rezension Thomas Adès

Fraktale Klänge

Mit seiner neuen Komposition „In Seven Days" schafft Adès wahre Ausdrucksstärke

Seit dem Orchesterwerk „Asyla“ von 1997 ist Adès der Darling nicht nur des britischen Klassik-Establishments. Mit „Tevot“ rutschte er vor vier Jahren dem großen Publikum noch dichter auf den Pelzmantel – und behauptete sich zugleich als höchstbegabter Tonsetzer seiner Generation. 2008 entstand „In seven days“ für Klavier, Orchester und Videoprojektionen von Tal Rosner. Die Partitur begnügt sich mit harmonischen und rhythmischen Variationen eines einzigen Motivs, aber welche Ausdruckspalette gewinnt Adès diesem Verfahren ab! Trotz Einflüsterungen aus Straussens Zarathustra und Michael Nymans Filmhymnen bleibt seine intrikate Handschrift stets erkennbar. Das Ergebnis ist eine aus Fraktalen konstruierte Schöpfung, die ‚in seven days’ permanent ihr Erscheinungsbild ändert. Auch ohne Chaos-Theorie verständlich!

In Seven Days
Adès: In Seven Days, Nancarrow: Studies Nr. 6 & 7
DVD mit gleichem Inhalt & Extra „Thomas Ades and Tal Rosner in conversation“

Nicholas Hodges (Klavier), London Sinfonietta, Thomas Adès (Leitung & Klavier)
Signum Classics

Weitere Rezensionen

Rezension Thomas Adès – Janáček: Klavierstücke

Feingliedrige Miniaturen

Thomas Adès deutet diese Musik weniger als Nachklapp einer Janáček vorausgegangenen Spätromantik, sondern vielmehr als Vorläufer einer modernen Tonsprache. weiter

Auch interessant

Porträt Thomas Adès

Ob gepuderter Skandal-Adel oder Würgeengel – bei ihm funktioniert alles

Thomas Adès setzt beim Komponieren auf Instinkt und Pragmatismus – die Probleme überlässt er anderen. weiter

Opern-Kritik: Theater Aachen – Powder her Face

Grandiose Studie der Einsamkeit

(Aachen, 19.3.2017) Thomas Adès setzt der sexsüchtigen Duchess of Argyll ein berührendes Denkmal weiter

Kommentare sind geschlossen.