Symbiose auf hohem Niveau

Rezension Tianwa Yang – Brahms

Symbiose auf hohem Niveau

Tianwa Yang interpretiert Brahms' Violinkonzert und überzeugt im raffiniert-feingliedrigen Detail, ohne im Ansatz leidenschaftslos zu wirken.

Sich an ein Repertoire-Schwergewicht wie Johannes Brahms’ Violinkonzert zu wagen, ist gewiss mit einer Portion Risikofreude verbunden, haben doch die größten Violinvirtuosen Einspielungen dieses Werks vorgelegt. Geigerin Tianwa Yang hingegen scheut den Vergleich zu Referenzeinspielungen nicht und zeigt mit ihrer Interpretation, gemeinsam mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Antoni Wit, keinerlei Bescheidenheit. Im Gegenteil stellt sie ihre große Könnerschaft an ihrem Instrument in puncto Technik und Tongebung unter Beweis und überzeugt sowohl mit kraftvollem Ausdruck als auch im raffiniert-feingliedrigen Detail, ohne im Ansatz leidenschaftslos zu wirken. Zudem gelingt die Symbiose zwischen Solistin und Klangkörper auf hohem Niveau. Gemeinsam mit Cellist Gabriel Schwabe überzeugt sie auch im beliebten Doppelkonzert. Ein virtuoser Brahms von der ersten bis zur letzten Note.

© Irène Zandel

Tianwa Yang

Tianwa Yang

Brahms: Violinkonzert op. 77 & Doppelkonzert op. 102

Tianwa Yang (Violine), Gabriel Schwabe (Violoncello), Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Antoni Wit (Leitung)
Naxos

Auch interessant

Radiotipp 11.10. Brahms: Ein deutsches Requiem hr2

Requiem zum Trost

Bei seinem „Deutschen Requiem“ ging es Johannes Brahms nicht um Trauer, sondern um Trost. hr2 überträgt das Konzert mit Christiane Karg und Michael Nagy live aus der Alten Oper. weiter

Tutzinger Brahmstage 2019

Wo es schöner ist, als wir uns vorstellen können

Bei den Tutzinger Brahmstagen 2019 trifft ein erlesenes Kammermusikprogramm auf János Darvas Dokumentarfilm „Wären nicht die Frauen“. weiter

Porträt Bergen Philharmonic Orchestra

Wie in Ruhe gereifter Rotwein

Wie das traditionsreiche Bergen Philharmonic Orchestra Johannes Brahms mit seelenvoll singendem Sound zu einem der Seinen macht. weiter

Kommentare sind geschlossen.