Startseite » Vermischtes » Verbogene Erinnerungen

Fabrik Quartet im Frankfurter Holzhausenschlösschen

Verbogene Erinnerungen

Das Fabrik Quartet spürt den „Inflected Memories“ in Werken von Bahar Royaee, Jose Luis Escrivà Córdoba und Béla Bartók nach.

vonSören Ingwersen,

Oft spielt die Erinnerung uns einen Streich. Richter können davon ein Lied singen, wenn sie mit unterschiedlichsten Zeugenaussagen zu ein und demselben Ereignis konfrontiert werden. Denn nicht nur die Zeit selbst verformt die Spuren des Erlebten in unserem Gedächtnis, auch wirken neuere Erlebnisse verändernd auf Eindrücke, die älter sind. Diesen Umstand machen sich Komponisten von jeher zu eigen, wenn sie etwa Motive und Themen zu Beginn eines Werks an dessen Ende wieder aufgreifen und man sie dann mit anderen Ohren hört.

Diesen Prozessen der Erinnerung spürt das Fabrik Quartet mit drei Werken nach: In „Memory of a stone sitting under the water on the lake“ von Bahar Royaee spiegelt sich die Wiederholung eines Standbilds im menschlichen Gedächtnis. In „Més enllà de la quarta dimensió“ von Jose Luis Escrivà Córdoba prallen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft aufeinander, und in Béla Bartóks viertem Streichquartett formt der letzte Teil des Werks eine transformierte Erinnerung des ersten Teils.

Auch interessant

Rezensionen

  • „Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“
    Interview Joshua Bell

    „Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“

    Seit 2011 leitet Joshua Bell die Academy of St Martin in the Fields. Sein Violinspiel liegt in zahlreichen Aufnahmen vor – und in 20 000 digitalen Samples.

Anzeige

Audio der Woche

Gabriel Meyer präsentiert „Before I Knew“

Der Zürcher Pianist Gabriel Meyer veröffentlichte am 19. Dezember 2025 seine zweite Single „Before I Knew“. Das Stück setzt den mit dem Debüt begonnenen Weg fort und ist Teil des Albums „Remember“, das im Mai 2026 erscheint.

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!