Publikum in Corona-Zeiten: Klassik im Fernsehen

„Ich genieße das reiche Angebot an Klassik auf dem Sofa!“

Trotz Pandemie sucht concerti das Publikum des Jahres 2020. Doch wie sieht das Konzertleben in Zeiten von Corona aus? Heidemarie Markl, Rentnerin aus Niedersachen, ist passionierte Klassik-Hörerin und Konzertgängerin. Aus Vorsicht vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus hat sie sich vor den TV-Bildschirm zurückgezogen.

© Shutterstock

Auch auf dem heimischen Sofa lässt sich Klassik genießen.

Auch auf dem hemischen Sofa lässt sich Klassik genießen.

„Ich habe schon immer Klassik im Fernsehen geschaut. Das Sonntagskonzert um acht Uhr auf den Regionalsendern zum Beispiel ist mein Morgenritual am Wochenende. Da spielen immer die großen Rundfunkorchester mit ihren Dirigenten. Christoph Eschenbach hat es mir besonders angetan. Jetzt sehe ich mir drei- bis viermal in der Woche klassische Konzerte im Fernsehen an und durchforste auch gezielt das TV-Programm, was es außerhalb der festen Sendeplätze sonst noch gibt. Es laufen ja viele ältere Übertragungen von Festivals, etwa aus Salzburg oder dem Schleswig-Holstein Musik Festival. Gerade habe ich nochmal die Einweihung der Prager Oper im Januar am Bildschirm miterleben dürfen. Opern schaue ich mir bevorzugt auf arte an, das aber nicht so häufig.

„Live ist immer das größere Erlebnis“

Vor der Pandemie war ich regelmäßig im Konzert oder bei Gastspielen von Musiktheater-Aufführungen im Theater auf dem Hornwerk. Für unseren Kammermusiksaal in Nienburg an der Weser habe ich normalerweise ein Abo. Der Giebelsaal, die Aula einer alten Gymnasiums, ist ein Kleinod in der Provinz. Hierher verirren sich auch manchmal namhafte Künstler wie Martin Stadtfeld oder Sabine Meyer. Leider findet das alles im Moment nicht statt. Live ist immer das größere Erlebnis, klar. Ich würde mich aber derzeit im Konzert nicht wohl fühlen. So bleibt mir nichts anderes übrig, als das reiche Angebot im TV an tollen klassischen Aufführungen auf dem Sofa zu genießen – und ich bin sehr zufrieden damit.“

Haben Sie schon für Ihr Publikum des Jahres 2020 abgestimmt? Hier geht es zum Voting.

Auch interessant

Bücherfrühling – Stephanie Hurst: Die andere Zeit

Aus der Zeit gefallen

Eine Reise in die Vergangenheit führt zur Begegnung mit dem Komponisten Johann Gottlieb Naumann. weiter

Calmus Ensemble und das Projekt „Mosaik“

Respektvoll im Ton

Das Leipziger Calmus Ensemble veröffentlicht mit „Mosaik“ 41 neue Kompositionen aus der Corona-Zeit. weiter

Lebenswege Nils Mönkemeyer

„Als Bratscher ist man selten alleine“

Nils Mönkemeyer zögerte zunächst, von der Geige zur Bratsche zu wechseln. Seine Entscheidung hat er nie bereut. weiter

Kommentare sind geschlossen.