Ein Bewerbungsgesuch Mozarts als Hofmusiker ablehnen, weil er zu unbedeutend sei? Kaum zu glauben und doch historische Realität, die sich der Mannheimer Hof gleich mehrfach leistete. Unter der Ägide der pfälzischen Kurfürsten, allen voran Karl Theodor, entwickelte sich die Kurpfalz zu einer der kulturell lebendigsten Regionen des Heiligen Römischen Reiches, das Hoforchester etwa setzte als „Mannheimer Schule“ europaweit Maßstäbe. Bis heute profitiert das kurpfälzische Dreigestirn Mannheim, Heidelberg und Schwetzingen von diesem Erbe. Der Schwetzinger Schlossgarten zählt zu den schönsten Barockgärten Europas und beherbergt mit seinem Rangtheater das älteste noch bespielte seiner Art weltweit. Das Mannheimer Schloss wiederum übertrifft Versailles um genau ein Fenster – ein barocker Seitenhieb auf fürstlichen Pomp. Die Silhouette des deutlich älteren Heidelberger Schlosses, eingebettet in eine malerische Altstadt, ist wiederum von der deutschen Romantik bis ins heutige China ikonisch geworden.

Frühlingserwachen zwischen Kultur, Natur und Genuss
Besonders reizvoll zeigt sich die Region im Frühjahr. Dann leuchten im Schwetzinger Schlossgarten die Kirschblüten in zarten Rosétönen, und vor der Moschee, einer exotischen Raffinesse der Anlage, trifft man sich nach japanischer Hanami-Tradition. Zu den weiteren Attraktionen zählen romantische Ruinen, ein antiker Rundtempel, Grotten und Heckenlabyrinthe. Kulinarische Stärkung bieten im Schloss das moderne Restaurant Theodors und die traditionsreiche Kurfürstenstube, während rund um den Schlossplatz zahlreiche Cafés zum Verweilen einladen.
Auch musikalisch hat das Frühjahr viel zu bieten. Der Heidelberger Frühling lockt internationale Künstler an den Neckar, noch bevor der SWR sein Quartier in Schwetzingen bezieht. Hauptspielstätte ist die frisch renovierte Heidelberger Stadthalle, ein architektonisches Gesamtkunstwerk zwischen Renaissance, Gründerzeit und Jugendstil. Ein Schlossbesuch gehört hier dazu: Von den Terrassen reicht der Blick über Altstadt und Neckar. Schlosshügel und Königsstuhl erreicht man bequem per Bergbahn oder sportlich zu Fuß.
In Mannheim empfiehlt sich seit 2018 die Kunsthalle dank ihres modernen Erweiterungsbaus als lebendiges Museum für zeitgenössische Kunst ganz im Geist der Neuen Sachlichkeit, die hier 1925 ihren Anfang nahm. Der Friedrichsplatz mit Wasserturm und Rosengarten ist ein Muss für Architekturliebhaber, das Technoseum ein Paradies für Neugierige jeden Alters. Und der Luisenpark begeistert mit Landschaftsgarten, Tier- und Pflanzenvielfalt, Tropenhaus, Aquarium – sowie dem größten chinesischen Teehaus Europas.






