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Schubert: Sinfonie Nr. 7 h-Moll D 759 „Unvollendete“

Wissenswertes zu Franz Schuberts Sinfonie Nr. 7 h-Moll D 759 „Unvollendete“: Informationen zu Uraufführung, Besetzung und Satzfolge, aktuelle Konzerttermine sowie Rezensionen des Werks.

Franz Schubert

Sinfonie

Romantik

ca. 22 Min.

1867

Zu diesem Werk

17. Dezember 1865, Großer Redoutensaal der Hofburg, Wien

Orchester der Gesellschaft der Musikfreunde, Johann von Herbeck (Leitung)

Beiname „Die Unvollendete“.

Besetzung / Instrumentierung

2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 2 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Pauken, Streicher

Sätze

I.

Allegro moderato

II.

Andante con moto

Es gibt viele Werke in der Klassik, die nicht vollendet wurden, aber nur eins, das als die „Unvollendete“ in die Musikgeschichte eingegangen ist: Schuberts Sinfonie Nr. 7 in h-Moll. Dass die beiden fertigen Sätze und die ersten Takte des dritten Satzes eines Scherzos überhaupt an die Öffentlichkeit gelangten, ist aber nicht Franz Schubert selbst, sondern dem Musikdirektor der Wiener Gesellschaft der Musikfreunde, Johann Herbeck zu verdanken. Herbeck suchte unermüdlich nach Schubert-Autographen und fand diese schließlich bei dem Komponisten und Schubertfreund Anselm Hüttenbrenner, der in den Besitz der „Halbsinfonie“ gelangte und sie 40 Jahre lang unter Verschluss hielt.

Bei der Uraufführung am 17. Dezember 1865 in Wien, 43 Jahre nach der Entstehung, wollte Herbeck dem Publikum noch kein unvollendetes Werk präsentieren und hängte daher das Finale aus Schuberts dritter Sinfonie an; ein „Ersatz-Finale“ sozusagen. Das Publikum war begeistert und auch der führende Musikkritiker Eduard Hanslick, schrieb dazu: „Wir müssen uns mit zwei Sätzen zufrieden geben, die, von Herbeck zu neuem Leben erweckt, auch neues Leben in unsere Concertsäle brachten.“

Spekulationen über die „Unvollendete“

Doch wieso vollendete Schubert seine Sinfonie nicht? Der Tod war es nicht, denn er schrieb sie schon 1822, sechs Jahre bevor er starb. Stattdessen wird gemunkelt, dass Schubert selbst – als sein größter Kritiker – die Sätze drei und vier vernichtet hat oder sie absichtlich unvollendet ließ, da das Unvollkommene in der Romantik einen großen Reiz innehatte. Andere Stimmen behaupten, dass es einen Streit zwischen Schubert und Hüttenbrenner gab, bei dem die Noten zerrissen wurden. Das würde zumindest erklären, warum Hüttenbrenner die ersten beiden Sätze so lange unter Verschluss hielt.

Franz Schuberts Sinfonie „Die Unvollendete“, Beginn des (unvollendeten) 3. Satzes. Faksimilie des Autographs © gemeinfrei

Welche Gründe auch immer dazu geführt haben, dass von Schuberts 7. Sinfonie nur Fragmente überliefert sind, was eigentlich zählt, sind die zwei meisterhaften Sätze, die das Publikum bis heute begeistern. Mathias Husmann schreibt in seinen „Präludien fürs Publikum“: „Der erste Satz schloss abgrundtief und hoffnungslos. Und doch gibt es einen zweiten Satz. Dieser verklingt lächelnd und leicht, voller Hoffnung auf das, was es nicht geben wird.“ Versuche anderer Komponisten einen dritten Satz weiterzuschreiben blieben alle ohne Erfolg. Vielleicht bleibt uns letztendlich nichts anderes übrig, als das „Unvollendete“ als das Vollendete zu akzeptieren.


Referenzeinspielung

Schubert: Sinfonie Nr. 7 „Unvollendete“
(Volume 2 der CD-Box „Deutsches Symphonie-Orchester Berlin – Günter Wand“)
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Günter Wand (Leitung)

Günter Wand, der renommierte Bruckner-Interpret, war während seiner Zeit beim Kölner Gürzenich-Orchester experimentierfreudig und führte zahlreiche moderne Werke auf, konzentrierte sich später aber hauptsächlich auf Sinfonien von Bruckner, Brahms, Beethoven und Schubert. In dieser Zeit entstand auch die Aufnahme mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, die ihn 1996 zu ihrem Ersten Gastdirigenten ernannten. Die Einspielung beweist, dass Wand auch mit Schubert brillieren konnte. Die insgesamt eher düstere und melancholische Stimmung des Werkes, nur durch ein paar tänzerische Passagen unterbrochen, wird von Wand und dem Orchester spürbar gemacht und bietet einen Einblick in das kurze und teilweise bittere Leben Schuberts.

Aufführungen

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