27. Internationale Fredener Musiktage

Von Einhörnern und Fußabdrücken

Unter dem Motto „Fredener Musiktage, kein Thema!“ präsentiert das südniedersächsische Musikfestival an neun Tagen im Juli zwölf Konzerte in besonderen Formaten und Besetzungen

© Christina Liefke

Fredener Musiktage, Konzert in der Zehntscheune

Fredener Musiktage, Konzert in der Zehntscheune

In den Vorjahren haben Intendant Utz Köster und der künstlerische Leiter Adrian Adlam oft Länderschwerpunkte gesetzt – nicht so in diesem Jahr. Und das hat einen guten Grund, wie Köster erklärt: „Ohne Motto besteht die Freiheit, das Programm mal wieder ohne thematische Fußfesseln planen zu können. Viele in diesem Jahr aktuelle und interessante Projekte lassen sich nicht zu einem übergeordneten Thema zusammenfassen, zum Beispiel ein dreiteiliges Porträt zum 100. Geburtstag von Thelonious Monk oder das Konzert ‚Errette mich von den Einhörnern!‘ im Rahmen des Reformationsjubiläums. Wir konnten aussuchen und einladen, was wir gerade künstlerisch spannend fanden, und ich hoffe, das Publikum lässt sich dafür ebenso begeistern wie Adrian Adlam und ich es von diesem Programm sind.“

Internationale Fredener Musiktage glänzen mit Uraufführung

© Rikard Österlund

Tansy Davies

Tansy Davies

Das größte Einzelprojekt wird 2017 sicherlich die Uraufführung eines Auftragswerks für Streichorchester der britischen Komponistin Tansy Davies sein. Ihre Arbeiten finden ihren Platz zwischen Avantgarde und experimentellem Rock – oder wie der Guardian schrieb: zwischen Xenakis und Prince. Die Uraufführung von Davies’ neuem Werk „Dune of Footprints“ bildet am 30. Juli den Festivalabschluss; in diesem Konzert stehen außerdem zwei ältere Auftragswerke der Fredener Musiktage von Elena Firssowa und Michael Finnissy sowie Tschaikowskys Streicherserenade in C-Dur auf dem Programm.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden drei Konzerte zum 100. Geburtstag des Jazzmusikers und -komponisten Thelonious Monk. Zunächst werden am 26. Juli unter dem Schallplattentitel „Genius of Modern Music“ Monks frühe Werke den Arrangements von Arnold Schönberg und Anton Webern gegenübergestellt, die der Saxofonist John O’Gallagher für die Besetzung Violine, Altsaxofon, Kontrabass und Klavier geschrieben hat. Anschließend folgt der Kompositionszyklus „Re-inventions for George Russell“ des Jazzpianisten Hans Koller. Am Samstag, 29. Juli, folgen das Nachtkonzert „Thelonious in Action“ und eine Jamsession „Afterhours“.

Facettenreiches Kontrastprogramm

© Elisabeth Bolius

vienna clarinet connection

vienna clarinet connection

In den neun Festivaltagen kann das Publikum weitere besondere Formate und unterschiedlichste künstlerische Genres erleben: Allein am Sonntag, 23. Juli, spannt sich der Bogen von einer Matinee mit Brahms’ selten zu hörendem Liederzyklus „Die schöne Magelone“ nach Gedichten von Ludwig Tieck mit Tobias Berndt (Bariton), Boris Kusnezow (Klavier) und Martin Aselmann (Sprecher) bis hin zum schmissigen Konzert „Café Europa“ der vienna clarinet connection, die Musik aus Ost-und Westeuropa gegenüberstellt.

Sehen Sie hier eine kleine Dokumentation über die Ursprünge des Festivals:

Die Festival-Daten im Überblick:

27. Internationale Fredener Musiktage
Zeitraum: 22. – 30.7.2017
Künstler: Edward Daniel, Boris Kusnezow, Hans Koller, Armida Quartett, John O’Gallagher u.a.
Orte: Zehntscheune und Hotel Steinhoff in Freden, St. Martin in Wrisbergholzen u.a.

Termine

Freitag, 31.01.2020 15:00 Uhr Mozarteum Salzburg
Sonntag, 02.02.2020 19:30 Uhr Beethoven-Haus Bonn
Mittwoch, 11.03.2020 20:00 Uhr Stadttheater Ingolstadt

Armida Quartett

Mozart: Divertimento F-Dur KV 138, Verdi: Streichquartett e-Moll, Wolf: Italienische Serenade G-Dur, Mendelssohn: Streichquartett Nr. 3 D-Dur op. 44/1

Samstag, 18.04.2020 20:00 Uhr Schloss Neubeuern

Armida Quartett

Haydn: Streichquartett D-Dur Hob. III:63, Berio: Glosse, Wolf: Italienische Serenade G-Dur, Verdi: Streichquartett e-Moll

Auch interessant

classic con brio Festival

Paris – ein Fest fürs Leben

Klassik mit Schwung: Das jährlich im Frühjahr stattfindende Kammermusikfestival „classic con brio“ in Osnabrück feiert in diesem Jahr die Kulturmetropole Paris weiter

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *