Blickwinkel: Dimitra Will

„Die Vielfalt der Ideen und Akteure hat uns überwältigt!“

Mit dem Projekt „100 für 100 – 100 Ideen für 100 Jahre Mozartfest“ haben die Veranstalter und Teilnehmer des Würzburger Mozartfests den OPUS-Sonderpreis für Publikums- und Partizipationsprojekte gewonnen

© Mozartfest Würzburg

Katharina Strein, Ariane Ochmann und Dimitra Will (v.l.n.r.) bei der Verleihung des OPUS Klassik 2021 in Berlin

Katharina Strein, Ariane Ochmann und Dimitra Will (v.l.n.r.) bei der Verleihung des OPUS Klassik 2021 in Berlin

Frau Will, Sie sind Projektmanagerin beim Mozartfest Würzburg. Wie haben Sie vom Gewinn erfahren?

Dimitra Will: Von der Nominierung sowie davon, dass wir den Preis tatsächlich gewonnen haben, habe ich Ende August von meinen Kollegen aus dem Büro erfahren. Die Freude war bei uns allen natürlich sehr groß. Wir haben uns gar nicht ausmalen können zu gewinnen, denn in dieser Kategorie sind so viele tolle Projekte eingereicht worden.

Worum ging es genau bei „100 für 100“?

Will: Die Frage lautete: Was verbindet ihr mit Mozart? Und so offen wie diese Frage ist, so bunt sollten auch die Projekte sein. Wir wollten wirklich wissen, was die Würzburger persönlich und aus ihrem eigenen Erfahrungshorizont heraus mit Mozart verbinden. Die Ergebnisse waren wirklich überraschend – von der Mozart-Marmelade bis hin zur Mozart-Rose! Die Vielfalt der Ideen und Akteure hat uns überwältigt!

Woher kam denn die Idee zu dem Projekt?

Will: Ich selbst bin seit 2017 beim Mozartfest Würzburg dabei und da gab es die Idee schon. Sie kommt von unserer Intendantin Evelyn Meining. Ihr ging es darum, wie man in der Region alle einladen kann, um bei unserer Hundertjahrfeier mitzumachen – und nicht nur unser Publikum. Als ich dann Monate später einen Hinweis in den sozialen Netzwerken zu dem Sonderpreis des OPUS Klassik gesehen habe, lief unser Projekt schon, und ich habe angeregt, dass wir uns dort bewerben. Das wäre eine besondere Wertschätzung der Leistung, die die zahlreichen Projektteilnehmerinnen und Projektteilnehmer erbracht haben.

Ich kann mir vorstellen, dass die Bürger, die mitgemacht haben, genauso bunt waren wie die Projekte selbst.

Will: Ja, das waren ganz unterschiedliche Menschen. Viele kannten das Mozartfest schon, die Herausforderung lag aber darin, dass wir auch andere Kreise erreichen wollten, mit denen wir sonst eher weniger zu tun haben. Am Ende sind dann Menschen wie die Senioren-Seidenmal-Gruppe auf uns zugekommen, die in der Zeitung über das Projekt gelesen haben. Das war wirklich sehr schön für uns, vor allem weil wir nicht so auf das Publikum zugehen konnten, wie wir es idealerweise getan hätten. Eigentlich waren Sprechstunden-Cafés in der Innenstadt geplant, wegen der Corona-Pandemie mussten wir aber vieles digital verwirklichen.

© Dita Vollmond

„Mozarttag“ beim Mozartfest Würzburg

„Mozarttag“ beim Mozartfest Würzburg

Wie viele Einsendungen haben Sie bekommen?

Will: Der Wettbewerb ist zwar abgeschlossen, aber das Projekt selbst läuft noch. Aktuell sind 103 Ideen hochgeladen.

Gibt es eine Idee, die Ihnen persönlich am besten gefallen hat?

Will: Das ist eine fiese Frage (lacht). Ich fand sie alle toll! Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir aber eine Mangaversion der „Zauberflöte“, die eine Würzburger Schule gemacht hat, und die Mozart-Schrifttypen, die ein hiesiger Design-Studiengang entwickelt hat. Auch schön ist das Projekt, bei dem ein nicht sehr ansehnlicher städtischer Fußgänger-Tunnel in Würzburg so bemalt wurde, dass Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ in bunte Farbfelder übersetzt ist.

Wie feiern Sie den Gewinn mit Ihren Teilnehmern?

Will: Es wurden ja 103 Projekte eingereicht, an denen noch viel mehr Menschen beteiligt waren. Unser Team wird gemeinsam mit Evelyn Meining und unserer Geschäftsführerin Katharina Strein nach Berlin reisen, um den Preis entgegenzunehmen. Anschließend laden wir alle Teilnehmer hier in Würzburg zu einem gemeinsamen Nachmittag mit Fotoshooting ein, bei dem sie sich mit dem Preis ablichten lassen können.

Und was ist denn Ihr persönlicher Zugang zu Mozart?

Will: Ich bin ja Musikwissenschaftlerin und Dirigentin, deswegen ist mein Ansatz und Bezug zu Mozart primär ein musikalischer. Für mich ist Mozart einfach einer der genialsten Komponisten aller Zeiten, und wenn ich schlechte Laune habe, spiele ich das zweite Finale aus dem „Figaro“ am Klavier oder höre es, wenn ich gerade keins zur Hand habe. Das ist einfach so genial und hebt sofort die Laune.

Mozartfest Würzburg: Opern Air-Konzert im Hofgarten der Residenz

Mozartfest Würzburg

20. Mai bis 19. Juni 2022

Das Mozartfest Würzburg findet seit 1921 jedes Jahr im Frühsommer in der Barockstadt am Main statt und zieht jährlich rund 25.000 Besucher an. weiter

Auch interessant

Highlights der Saison 2022/2023 – Bayern

Umbruchstimmung in den Spielplänen

Michael Atzinger, Autor und Moderator bei BR-Klassik, stellt seine persönlichen Highlights der kommenden Saison in Bayern vor. weiter

OPERN-KRITIK: Mozartfest Würzburg – Idomeneo

Im Seelenmeer

(Würzburg, 11.6.2021) Christophe Rousset, Les Talens Lyriques und ein gefeiertes Sängerensemble feiern mit Mozart-Magie die neue Welt der Aufklärung. weiter

100 Jahre Mozartfest Würzburg

Salzburger Flair in Franken

Das Mozartfest Würzburg feiert hundertjähriges Bestehen. weiter

Kommentare sind geschlossen.