Alles aus der Welt der Oper
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Im Unterholz verheddert
(Paris, 17.1.2026) Beim Pariser „Siegfried“ begeistern vor allem Pablo Heras-Casado am Pult und Andreas Schager in der Titelpartie, während sich die Inszenierung von Calixto Bieito trotz weniger witziger Ideen kaum zu Deutungshöhe aufschwingt.
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Heiter bis zickig
(Dessau, 16.1.2026) In der Bauhausstadt feiert Johann Strauss‘ „Die Fledermaus“ mit meisterhafter Orchester-Delikatesse und stets richtiger Feinabstimmung mit dem boulevardesk und belcantesk gut aufgelegten Bühnenensemble seine Premiere.
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Mahler meets Marthaler
(Hamburg, 15.1.2026) Nach diesem Musiktheaterabend an der Staatsoper Hamburg wird man Mahler anders hören: Regisseur Marthalers Methode wird in „Die Unruhenden“ nie zur Masche, sondern knackt Mahlers Musik nachgerade genialisch.
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Sterben für Fortgeschrittene
Schon immer spielt der Tod in der Oper eine besondere Rolle und sorgt oft für den musikalischen Höhepunkt. Ein kritischer Blick auf die künstlerische Vielfalt des Themas lohnt daher sehr.
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Traumaforschung vor Waldtapete
(Berlin, 11.1.2026) Die neue Oper „Das kalte Herz“ von Matthias Pintscher erzählt das gleichnamige Märchen mit neuen Bezügen. Vieles bleibt allerdings verrätselt, und die Uraufführungsinszenierung hilft auch nicht weiter.
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Die Glut für das Feuer
Für Matthias Pintschers Märchenoper „Das kalte Herz“ hat Daniel Arkadij Gerzenberg erstmals ein Libretto verfasst.
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Echtes Dorfleben unter Belcanto-Gold
(Erl, 28.12.2025) Die Tiroler Festspiele Erl verankern sich mit ihrem Intendanten Jonas Kaufmann unter großer Publikumsnachfrage nachhaltig als Star-Hotspot mit Ensemblekontinuität in der Topliga der Opernfestivals. Das beweist gerade auch diese konzertante Premiere von Bellinis „La sonnambula“.
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Emanzipation und Dekolonialisierung mit hohem Unterhaltungswert
(Hof, 19.12.2025) Regisseur Oliver Pauli weist am Theater Hof in Emmerich Kálmáns „Die Bajadere“ mit Charme und Eleganz auf die Zwiespältigkeit von „kultureller Aneignung“ hin.
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Doppelt hält (nicht immer) besser
(Wien, 16.12.2025) Der einstige Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst und der als Puppenspieler bekannt gewordene Nikolaus Habjan haben an der Wiener Staatsoper einen neuen „Fidelio“ auf die Bühne gebracht. Dabei ruft die Musik weit mehr Begeisterung hervor als die Inszenierung.
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Markerschütternde Dramatik
(Berlin, 14.12.2025) Wenn eine Wiederaufnahme zur grandiosen Premiere mutiert: Auf den Tag genau 100 Jahre nach der Uraufführung dirigiert Christian Thielemann den „Wozzeck“ – und triumphiert vollends.
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Selbstmord-Operette mit Klanggewalten
(Annaberg-Buchholz, 13.12.2025) Krasznay-Krausz‘ spät entdecktes Werk „Die Gelbe Lilie“ zischt ab wie Zunder: Entertainment, Erotik und Emotionen kommen auch dank der Inszenierung von Christian von Götz zu ihrem vollen Recht – stimulierende Ambivalenzen eingeschlossen.
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Der Duft der Kälte
(Dresden, 7.12.2025) An der Semperoper feiert Hans Abrahamsens fantasievolle Adaption von Andersens „Schneekönigin“ eine bejubelte Premiere – aber sie lässt bittere Zweifel über die Nachhaltigkeit ihrer Botschaft zurück.
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Konkretion und Abstraktion
(Frankfurt am Main, 7.12.2025) Regisseur Claus Guth situiert Mozarts „Mitridate, re di Ponto“ an der Oper Frankfurt in den sechziger Jahren und geht einen Mittelweg zwischen Tagesaktualität und Historisierung.
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Eine ganz normale Familientragödie
(Mannheim, 7.12.2025) Am Nationaltheater Mannheim inszeniert Rahel Thiel Donizettis selten gespielte Oper „Lucrezia Borgia“ als ansprechende Hommage mit Seitenhieb gegen den Boulevard-Journalismus.
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„Die Meininger Art!“
(Meiningen, 5.12.2025) Kálmáns Hauptwerk erweist sich dank Dominik Wilgenbus und seinem Regieteam nicht als Hitparaden-Radaustück mit krachledernen Nebenfiguren. Es wird deutlich: Hinter dem Glamour könnte ein Kammerspiel in Schnitzler- und Hofmannsthal-Farben stecken.
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Im eisigen Bann der Schneekönigin
Die Weihnachtszeit wird durch die märchenhafte Figur der Schneekönigin in unterschiedlichen Interpretationen verzaubert.
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Giulia e Cleopatro
(Duisburg, 30.11.2025) Genderfluides hat Konjunktur. Bereits bei Händel könnte es in der Tat angelegt sein. Darauf legt es Regisseurin Michaela Dicu in ihrer Deutung jedenfalls voll an, was sich nicht nur als Vorteil erweist.
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Russisch-ukrainischer Mittwinternachtstraum
(München, 29.11.2025) Die Welttheater-Fiktion vom Manege-Dorf geht in Nikolai Rimski-Korsakows Weihnachtsmärchen-Alternative „Die Nacht vor Weihnachten“ an der Bayerischen Staatsoper voll auf.
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Kahlschlag aus Liebe
(Berlin, 22.11.2025) Trotz minimaler matter Flecken gelingt im Schillertheater ein bestürzender und hochspannender „Salome“-Abend: Regisseur Evgeny Titov lässt die grandiose Nicole Chevalier ohne Kopf auftreten. Generalmusikdirektor James Gaffigan setzt auf eine glanzvoll rauschende und raunende Klangtextur der revolutionären Partitur.
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Achtung: Baustelle
(Halle, 21.11.2025) Ben Baur verlegt Emmerich Kálmáns „Die Csárdásfürstin“ an der Oper Halle ins Hier und Heute – so ungefähr jedenfalls. Musikalisch hat das Haus die besseren Karten – dank Andreas Wolf am Pult der Staatskapelle Halle und einem starken Ensemble.




































