TV-Tipp 10.2.: Christoph von Dohnányi dirigiert Johannes Brahms

Brahms kommentiert

2007 dirigierte Christoph von Dohnányi die Sinfonien von Brahms in der Hamburger Laeiszhalle. Dohnányi selbst kommentiert die Aufzeichnung mit persönlichen Anekdoten.

© Stefan Malzkorn

Christoph von Dohnányi

Christoph von Dohnányi

Am 6. und 7. Mai 2007 standen in der Hamburger Laeiszhalle das damalige NDR Sinfonieorchester (heute: NDR Elbphilharmonie Orchester) gemeinsam mit dem Dirigenten Christoph von Dohnányi auf der Bühne. Auf dem Programm der beiden Abende: jeweils zwei Sinfonien von Johannes Brahms. Dohnányis Intention war ein neuer Brahms-Zyklus, fernab von vergangenen Interpretationsweisen und Annäherungen an die vier Sinfonien. Es ging ihm darum, die indirekte Absichtserklärung des Komponisten, den Zuhörer mit der Musik bewegen zu wollen, in die heutige Zeit zu versetzen. Begleitet wurden Dirigent und Orchester dabei vom NDR, der die Vorbereitungen und Arbeitsweisen in den Proben im Vorfeld dokumentierte. Die Konzerte selbst wurden ebenfalls für die Nachwelt festgehalten.

Holt Brahms in die Gegenwart: Christoph von Dohnányi

„Brahms hören ist die eine Sache, Brahms machen die andere“, erklärt Dohnányi gleich zu Beginn des Filmes, der dem Zuschauer ein detailliertes Bild von den klanglichen Vorstellungen und deren Umsetzung im Konzert selbst liefert. In den Probensituationen, die durch Interviewsequenzen von Dohnányi selbst kommentiert werden, geht es mal um Dynamik, mal um Tempi, dann wird analytisch gesprochen. In der darauffolgenden Konzertaufzeichnung präsentieren sich dem Zuschauer schließlich Dohnányis Klangvorstellungen im Gesamtergebnis. Gespickt ist der Film zudem mit Anmerkungen des Dirigenten zu kompositorischen Eigenheiten Brahms’ und Einordnungen des Komponisten in den musikgeschichtlichen Kontext. Alles zusammengenommen ergibt sich aus dem Film ein Gesamtbild zur Entstehung eines Sinfonien-Zyklus, der dem Konzertgänger ansonsten vorenthalten bleibt.

Christoph von Dohnányi, der im September seinen 90. Geburtstag feiert, startete seine Dirigenten-Karriere im Opernfach, war unter anderem Generalmusikdirektor am Theater Lübeck, am Staatstheater Kassel und der Oper Frankfurt. Zudem war der gebürtige Berliner als Chefdirigent der Hamburgischen Staatsoper tätig, Music Director beim Cleveland Orchestra und Chefdirigent des Philharmonia Orchestra in London. Der NDR überträgt nun Dohnányis Brahms-Zyklus, der während seiner Amtszeit als Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters in den Jahren von 2004 bis 2010 aufgezeichnet wurde.

concerti-Tipp:

NDR Fernsehen
Christoph von Dohnányi dirigiert Johannes Brahms
So. 10.2., 8:00 Uhr

Auch interessant

Porträt Frank Dupree

Vermittler zwischen zwei Welten

Ob auf CD, im Konzertsaal oder auf Instagram: Der Pianist, Dirigent und Jazzer Frank Dupree bereichert die Klassikwelt mit viel Esprit und neuen Ideen. weiter

Bundesjugendchor debütiert beim Musikfest Berlin

Gründung trotz Corona-Hürden

Am 28. August debütiert der blutjunge Bundesjugendchor beim Musikfest Berlin. weiter

Davos Festival: Eröffnungswochenende 2021

Musikmagie in den Schweizer Alpen

(Davos, 8.8.2021) Mit ausgefeilt ausgefallenen Programmen und famosen jungen Künstlern legt Intendant Marco Amherd auch gern mal falsche Fährten – und regt lustvoll verspielt dazu an, die Musikgeschichte neu und ausdrücklich weiblicher zu schreiben. weiter

Kommentare sind geschlossen.