Radio-Tipp: Deutschlandfunk Kultur – Universum JSB

Was Bachs Schüler zu erzählen haben

Über Johann Sebastian Bach als Musiker wissen am besten dessen Schüler zu berichten. Diese lässt Michael Maul in seiner Reihe „Universum JSB“ zu Wort kommen

Carl Philipp Emanuel Bach © gemeinfrei

Carl Philipp Emanuel Bach

Wer war Johann Sebastian Bach? Wie lebte er? Wie dachte er? Diese Fragen lassen sich nur schwer beantworten, denn von Bach selbst sind nur wenige originale Manuskripte, Briefe, persönliche Notizen oder sonstige Dokumente erhalten geblieben. Deswegen ziehen derzeit Wissenschaftler des Bach-Archivs in einem Forschungsprojekt der Fritz Thyssen Stiftung Berichte von Bachs Schülern, die während dessen Amtszeit als Leipziger Thomaskantor entstanden. Über hundert Privatschüler gingen damals bei Bach ein und aus. Michael Maul lässt einige davon in Deutschlandfunk Kultur im Rahmen seiner Reihe „Universum JSB“ zu Wort kommen.

Dass der Vater keinesfalls zurückgezogen lebte, sondern vielmehr ein aktives Netzwerk pflegte und ein reges Sozialleben schätzte, zeigt Carl Philipp Emanuel, der wohl berühmteste aller Bach-Söhne. Er teilte seinem Freund und ersten Bach-Biografen Nikolaus Forkel mit: Bach habe „kaum zu der nöthigsten Correspondenz Zeit“ gefunden, wohl aber hatte er „desto mehr Gelegenheit […], sich mit braven Leuten mündlich zu unterhalten.“

So mancher Bach-Schüler fristet bis heute ein Schattendasein

Anders als sein berühmter Sohn mussten die Schüler Bachs lange Zeit ein Schattendasein in Musiklexika fristen – manche bis heute, etwa Johann Ludwig Krebs, der 1726 mit dreizehn Jahren auf die Leipziger Thomasschule kam. Bach erkannte die besondere Begabung seines Schülers und förderte ihn zusätzlich zum üblichen Gesangsunterricht privat. Vermutlich wohnte Krebs sogar im Hause Bach und hatte auch zu dessen Familie ein enges Verhältnis.

Bis zu seinem Tod 1780 war der Bach-Schüler schöpferisch tätig. Der Zeitgenosse J. F. Meyner berichtete: „Wir haben hier [in Altenburg] 23 ganze Jahre lang das Vergnügen genossen, ihn zu hören. […] Noch als Greis war er Jüngling in der Begeisterung, wenn er vor der Orgel saß.“ Obwohl zahlreiche Kompositionen von ihm überliefert sind, wurden sie erst im 20. Jahrhundert teilweise wiederveröffentlicht. Bitter ist vor allem, dass einige seiner Orgelwerke fälschlicherweise sogar noch seinem Lehrer zugerechnet wurden.

Toccata und Fuge a-Moll von Johann Ludwig Krebs:

concerti-Tipp:

Deutschlandfunk Kultur, 22:00 Uhr
Alte Musik – Universum JSB
Die „Alte Perücke“ beim Unterrichten belauscht – Bachs Schüler packen aus
Von Michael Maul

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