TV-Tipp 14.6.: 3sat „Beethoven – Ein Geisterspiel“ am Staatstheater Mainz

Isoliertes Genie

Mit der Uraufführung von „Beethoven – Ein Geisterspiel“ am 14. Juni zeigt das Staatstheater Mainz in Kooperation mit dem ZDF und 3sat ein nie dagewesenes Theaterprojekt.

© De-Da Productions

Musik, Theater und Puppenspiel: Bei „Beethoven – Ein Geisterspiel“ hat das Staatstheater Mainz die Fäden in der Hand

Musik, Theater und Puppenspiel: Bei „Beethoven – Ein Geisterspiel“ hat das Staatstheater Mainz die Fäden in der Hand

Anlässlich des 250. Geburtstags von Ludwig van Beethoven plante das Staatstheater Mainz ein aufwändiges spartenübergreifendes Projekt. Die Uraufführung hätte bereits Anfang Mai stattfinden sollen, doch wegen der Corona-Pandemie mussten die physischen Proben eingestellt, die Premiere abgesagt werden. Die Theaterleitung disponiert spontan um: „Regisseur Jan-Christoph Gockel und ich haben sehr bald entschlossen, es mit einer Streaming-Aufführung zu versuchen, so dass es jetzt in Kooperation mit 3sat und dem ZDF eine TV-Produktion geworden ist: ,Beethoven – Ein Geisterspiel‘ ist für alle Beteiligten ein Glücksfall“, erklärt Generalmusikdirektor Hermann Bäumer. Die Uraufführung des Projekts wird am 14. Juni um 11:40 Uhr auf 3sat ausgestrahlt. Online ist das Projekt schon ab dem 13. Juni im Stream zu erleben.

Was sich in der Fußball-Bundesliga schon als fester Begriff etabliert hat, findet sich nun in beinah bitter-komisch anmutender Doppeldeutigkeit auch auf der Musiktheaterbühne wieder: Nach Lust-, Sing- und Trauerspielen ist mit Corona das Geisterspiel aufgekommen. Ein Spektakel vor leeren Zuschauerrängen.

Beethovens „Social Distancing“

Beim Beethoven-Projekt des Mainzer Staatstheaters wurde dabei neben der notgedrungenen spontanen medialen Umstellung von Live-Projekt auf Fernsehübertragung auch eine intuitive Neuinterpretation des biografischen Beethoven-Stoffs vorgenommen, die sich auf die aktuellen Ereignisse bezieht: „Der Abend“, so erklärt Bäumer weiter, „beschäftigt sich eingehend mit Beethovens durch seinen Charakter und sein Ohrenleiden entstandene Isolation – und Isolation wurde ja auch zum Thema unserer Arbeit.“

Der Komponist erfuhr seinerzeit durch den Gehörverlust also selbst eine Art des „Social Distancing“. Heute sorgt die zum Schutz vor dem Coronavirus auferlegte Distanzeinhaltung vor allem im Theater für logistische Probleme. So mussten die Schauspieler in unterschiedlichen Räumen untergebracht und das Orchester, das normalerweise aus 70 Musikerinnen und Musikern besteht, für die Aufnahmen auf je ein bis vier Personen reduziert werden. Die eingespielten Tonspuren wurden dann anschließend im Studio zusammengelegt.

Neue Herausforderungen

Das gattungsübergreifende Projekt, das Beethovens Musik mit Schauspiel, Film und einem Puppenspiel von Michael Pietsch verbindet, stellte die Veranstalter schon während Proben und Organisation vor nie dagewesene Aufgaben. So sagt auch GMD Bäumer: „Die Herausforderung von „Beethoven – Ein Geisterspiel“ war, nun eben auch filmisch zu denken, anzupassen, neue Wege für die Realisierung zu finden. Die große Vielfalt beethovenscher Musik konnten wir dabei erhalten und zugleich die besondere Arbeitsweise als Zeitdokument in den Film integrieren. Wie das Regisseur Jan-Christoph Gockel und uns allen gelungen ist, das kann man am 14. Juni um 11.40 Uhr auf 3sat und anschließend in der Mediathek sehen!“

Als exklusive Vorab-Online-Premiere stellen 3sat und ZDFkultur das Stück bereits am Samstag, 13. Juni um 19.30 Uhr online, auf 3sat.de und zdfkultur.de.

concerti-Tipp:
Beethoven – Ein Geisterspiel
So. 14.6.2020, 11:40 Uhr
3sat

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