TV-Tipp 21.10.: Gershwin, der amerikanische Klassiker

Ein Komponist als Brücke zwischen den Welten

Dieses Jahr wäre der große Komponist George Gershwin 120 Jahre alt geworden. Regisseur Jean-Frédéric Thibault nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, um in der Dokumentation „Gershwin, der amerikanische Klassiker“ dieses von Widersprüchen geprägte Leben auszuleuchten.

Filmstill aus "Gershwin, der amerikanisch Klassiker © Photononstop DPA

Filmstill aus "Gershwin, der amerikanisch Klassiker

Wer kennt sie nicht, die „Rhapsody in Blue“? Mit diesem Werk, in dem er Jazz und klassische Musik miteinander verschmolz, schaffte George Gershwin 1924 den Durchbruch. Die Kritik hatte es zwar durchwachsen aufgenommen, aber die das Stück eröffnende, schmachtende Klarinettenstimme und die feurigen Passagen für das Soloklavier, die der 26-jährige Gershwin an jenem Abend selbst spielte, bescherten ihm in der Folge eine wachsende Fangemeinde.

Erfolg und Missgunst

Bis heute ist die „Rhapsody in Blue“ ein Gassenschlager, aber auch eine Metapher auf Gershwins Leben. Denn die Parameter, die seine Biografie geprägt hatten, streben wie verschiedene Pole auseinander. So war er Amerikaner, gehörte aber als Sohn russisch-jüdischer Eltern einer Minderheit an. Seine Wegbegleiter beschreiben ihn als schüchtern, andererseits wurde er ebenso als großspurig wahrgenommen. Während ihm das Publikum zu Füßen lag, gab es etliche Kollegen, die ihm seinen Erfolg missgönnten.

In seinem Schaffen mixte er nicht nur Stile, sondern auch Genres. So schuf er mit „Porgy and Bess“ ein Werk, das in einer Schwarzensiedlung spielt und auf seinen Wunsch hin nur von Schwarzen gespielt werden darf. Für die Musik seiner durchkomponierten Oper griff er Elemente des Jazz, Blues und Spiritual auf und musste sich deswegen vorwerfen lassen, er habe eher ein Musical denn eine Oper geschrieben. Dieses bis heute äußerst beliebte Werk trat jedoch erst nach seinem Tod seinen Weg um die Welt an.

Der George Gershwin jenseits des Klischees

Beschäftigt man sich mit Gershwins Biografie, fällt diese Spannung in allen Bereichen seines Lebens auf. Da scheint es ins Bild zu passen, dass er im Alter von nur 38 Jahren verstarb. Als er gerade am Klavier saß und an der Partitur einer Filmmusik arbeitete, brach er plötzlich zusammen. Ein Hirntumor riss ihn unerwartet aus dem Leben. Aber wie war der Mann hinter dem Klischee der Extreme und Gegensätze? Die Dokumentation „Gershwin, der amerikanische Klassiker“ macht den Menschen Gershwin greifbar.

concerti-Tipp:

So. 21.10.2018, 22:30 Uhr
Gershwin, der amerikanische Klassiker
arte

Kommentare sind geschlossen.