TV-Tipp 2.4.: Das Silkroad Ensemble

Musik entlang der Seidenstraße

Im Jahr 2000 gründete Cellist Yo-Yo Ma das Silkroad Ensemble und brachte seitdem verschiedene Musiker, Instrumente und Stile zusammen.

© Jason Bell

Yo-Yo Ma

Yo-Yo Ma

Die Seidenstraße. Früher verband sie als Handelsweg den Mittelmeerraum mit Fernost. Heute dient sie vielen Urlaubern und Abenteurern als Reiseroute, so auch dem amerikanisch-chinesischen Cellisten Yo-Yo Ma: Im Jahr 2000 machte er sich auf diese besondere Weltreise, um Musiker aus Ländern entlang der Seidenstraße miteinander bekannt zu machen und mit ihnen ein interkulturelles Orchester zu bilden: das Silkroad Ensemble.

Das Ensemble als Teil des ebenfalls von Ma gegründeten „Silk Road Project“ erforscht, wie Kunst das globale Verständnis fördern kann. Das könnte man auch als Motto des Ensembles sehen: die Welt durch Kunst – speziell durch Musik – miteinander zu verbinden. Das machen sie nicht nur durch das gemeinsame Musizieren oder Auftritte, sondern auch durch Lehrprogramme oder Workshops.

Im Silkroad Ensemble kommen Musiker aus rund zwanzig Nationen zusammen

Sechzig Solisten aus rund zwanzig Nationen kommen in dem Orchester zusammen und spielen in wechselnder Besetzung auf ganz unterschiedlichen Instrumenten. So erstreckt sich das Spektrum von den klassischen Streich- und Blasinstrumenten bis zum Dudelsack, vom westafrikanischen Balafon bis zum koreanischen Janggu, von der indischen Tabla bis zur chinesischen Pipa. Die Musik, die dabei entsteht, ist mal orientalisch, mal fernöstlich angehaucht, mal ist sie im Stil des Klezmer gehalten. Weltmusik eben.

Gleichzeitig stehen die Musiker des Ensembles nicht nur in musikalischem, sondern auch in kulturell-politischem Ideenaustausch zueinander. Das wird im Dokumentarfilm deutlich, den Regisseur und Oscar-Preisträger Morgan Neville über Yo-Yo Ma und das Ensemble gedreht hat. Als „Manhattan-Projekt“ der Musik wird das Ensemble im Film bezeichnet, weil niemand wusste, wie die Musiker miteinander agieren werden und was passieren wird.

BR überträgt Dokumentarfilm über das Ensemble

Neville, der für seinen Dokumentarfilm „20 Feet From Stardom“ über Backgroundsängerinnen in der amerikanischen Popmusik mit einem Oscar prämiert wurde, begleitete die Musiker des Ensembles jahrelang rund um den Globus. In seinem Film porträtiert er in einzelnen Interviews nicht nur den Gründer Yo-Yo Ma, sondern auch die Musiker, und lässt sie von ihren Eindrücken und Erfahrungen erzählen. BR Fernsehen überträgt den Dokumentarfilm „Yo-Yo Ma & the Silk Road Ensemble – The Music of Strangers“ heute Abend um 23.45 Uhr.

Hören Sie das Silkroad Ensemble mit Yo-Yo Ma:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

concerti-Tipp:

Yo-Yo Ma & The Silk Road Ensemble
2.4.2019, 23:45 Uhr
BR Fernsehen

Auch interessant

Birgit Nilsson Prize 2022 an Yo-Yo Ma

Musik als Energiestrom zwischen Kultur und Natur

(Stockholm, 18.10.2022) Der mit einer Million Dollar dotierte Birgit Nilsson Prize 2022 ging jetzt in Anwesenheit des schwedischen Königspaars in einer festlichen Zeremonie an den amerikanischen Star-Cellisten Yo-Yo Ma. Aber warum? Die Antworten fallen verblüffend überzeugend aus. weiter

Interview Yo-Yo Ma

„Meine Kindheit war ziemlich verwirrend“

Eitelkeit ist ihm fremd: Mag Yo-Yo Ma auch als bester Cellist der Welt gefeiert werden, er schätzt den dezenten Auftritt weiter

Rezensionen

Rezension Andris Nelsons – R. Strauss: Orchesterwerke

Zwei Traditionen

Dirigent Andris Nelsons spielt mit „seinen“ beiden Orchestern und den Starsolisten Yo-Yo Ma und Yuja Wang Richard Strauss' große Werke ein. weiter

Rezension Yo-Yo Ma – Beethoven: Cellosonaten

Zahmes Duo

Wie gut Yo-Yo Ma und Emanuel Ax miteinander harmonieren, hört man sofort – doch vieles in Beethovens Cellosonaten wird nur halbgar umgesetzt. weiter

Rezension Yo-Yo Ma & Kathryn Stott – Songs of Comfort and Hope

Funkelnde Preziosen

Kathryn Stott und Yo-Yo Ma spenden Trost und Hoffnung mit ausgefeilten Arrangements und hingebungsvoller Gestaltungskunst. weiter

Kommentare sind geschlossen.