Mit „La Gioconda“ schuf Amilcare Ponchielli ein eindrucksvolles romantisches Melodram, das stilistisch zwischen französischer Grand opéra und dem dramatischen Ausdruck Verdis angesiedelt ist. Fünf Jahrzehnte nach ihrer letzten Aufführung kehrte die Oper an das Teatro San Carlo in Neapel zurück – mit Anna Netrebko in der Titelpartie sowie Jonas Kaufmann und Ludovic Tézier in weiteren Hauptrollen.
Das prachtvoll angelegte Musikdrama mit seinen sechs zentralen Figuren basiert auf Victor Hugos Schauspiel „Angelo, Tyrann von Padua“, das Ponchielli als Inspirationsquelle diente. Das Libretto verfasste Arrigo Boito, der später auch als Mitstreiter Giuseppe Verdis bei „Otello“ und „Falstaff“ Berühmtheit erlangte.
Anna Netrebko und Jonas Kaufmann am Teatro San Carlo
Extreme emotionale Konstellationen prägen das Werk: leidenschaftliche Hingabe, tiefe Verzweiflung und glühende Liebe treffen auf Eifersucht und Rivalität. Eindrucksvolle Orchesterpassagen – darunter das markante Vorspiel, die atmosphärische Einleitung zum vierten Akt sowie die berühmte „Danza delle ore“, die durch Disneys „Fantasia“(1940) weltweite Bekanntheit erlangte – verweisen auf die Tradition der großen französischen Oper.
Im April 2024 stand „La Gioconda“ erstmals seit 50 Jahren wieder auf dem Spielplan des Teatro San Carlo. Anna Netrebko übernahm die Titelrolle, Ludovic Tézier verkörperte den verschlagenen Spion der Inquisition, und Jonas Kaufmann war als Enzo Grimaldo zu erleben, hin- und hergerissen zwischen zwei Frauen. Die musikalische Leitung lag in den Händen von Pinchas Steinberg, der das Orchester des Teatro San Carlo dirigiert.
Aufzeichnung aus dem April 2024 im Teatro San Carlo, Neapel.
TV-Tipp:
Ponchielli: La Gioconda
Teatro San Carlo, Neapel
Sa. 28.2.2026., 23:45 Uhr
Arte




