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Rezension Alexandra Whittingham – Letters from Paris

Vielfach abschattiert

Frei von Klischees, nuancenreich und in fantastischer Aufnahmequalität fängt Gitarristin Alexandra Whittingham den Charme von Paris ein.

vonEcki Ramón Weber,

Aus dem Riesenfundus des französischen Repertoires, quer durch die Genres, von der Belle Époque bis heute, hat die britische Gitarristin Alexandra Whittingham Lieblingsstücke ausgewählt: Etwa Piafs berühmtes „La vie en rose“, verträumt und vielfach abschattiert, Aznavours „She“, innig und sehnsüchtig, mit Gitarre und Streichern. Dazu Debussy, zart, in feiner Linienführung, reflektiert und duftig. Zwei betörende Werke vom Proust-Freund Reynaldo Hahn, davon eines als Duo mit Saxofon, eine Gnossienne von Satie, markant knorrig. Ein Walzer von Chopin, als wäre er Folklore, Latinklänge von Ángel Cabral. Und die Valse „Mademoiselle de Paris“ von Paul Durand, mit Streicher-Verstärkung, fängt unmittelbar den Charme und die Sinnlichkeit von Paris ein. Alles ist hier perfekt dosiert im Ausdruck, nuancenreich, detailreich ausgearbeitet. Klischees kommen da gar nicht auf. Die Stilvielfalt dokumentiert das künstlerische Potenzial und die Wandlungsfähigkeit von Alexandra Whittingham, im Solo und im kammermusikalischen Miteinander mit ihren Gästen. In fantastischer Aufnahmequalität. Ein faszinierendes Gitarrenalbum mit hervorragenden Mitwirkenden, das man immer wieder hören möchte.

Alexamdra Whittingham
Alexamdra Whittingham

Letters from Paris
Werke von Fauré, Debussy, Hahn, Chopin, Cabral, Durand, Satie u. a.

Alexandra Whittingham (Gitarre), Stephanie Jones (Gitarre), Jess Gillam (Saxofon), Margarita Balanas (Violoncello)
Decca

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