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Rezension Bruce Liu – Waves

Viel Gespür

Pianist Bruce Liu stellt auf „Waves“ sein Gespür für exakte Proportionen und einen stupenden Klangsinn unter Beweis.

vonChristoph Vratz,

„Une barque sur l’océan“ heißt das dritte Stück aus Maurice Ravels „Miroirs“. Wenn Bruce Liu dieses Stück beginnt, kann man das Licht vorm inneren Auge sehen, wie es sich im Wasser spiegelt: Denn sein Klavierspiel lebt von einem genauen Gespür für Proportionen und vor allem von einem ausgeprägtem Klangsinn. Selbst wenn die Gischt noch so schäumt, erleben wir die Kraft des Meeres mit einer gewissen Schönheit. Daneben hat Chopin-Wettbewerb-Gewinner Liu auch weniger Bekanntes von Alkan und Petitessen von Rameau aufgenommen. In Alkans „Le Festin d’Ésope“ macht Liu den Etüden-Charakter dieser Musik vergessen. Bei den schnellen Läufen glitzert und funkelt sein Spiel, die kraftvollen Akkorde wirken festlich und prunkvoll. Umso stärker heben sich davon die Miniaturen von Jean-Philippe Rameau bewusst ab. Hier ist wieder mehr Feinsinn gefragt – und Liu bezeugt viel Gespür in Anschlag und Farbgebung.

Bruce Liu
Bruce Liu

Waves
Werke von Rameau, Alkan & Ravel

Bruce Liu (Klavier)
Deutsche Grammophon

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