Gar nicht so einfach, sich in der unüberschaubaren Riege der Nachwuchspianisten einen Namen zu machen und bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Wenn nun also die 23-jährige Danae Dörken ihrem zweiten Album den Titel „Fantasy“ verpasst hat, zeugt das entweder von einer Neigung zu Anglizismen – oder aber vom Selbstbewusstsein des internationalen Auftritts. Zu Recht, müssen wir nach dem kritischen Hören zugeben, denn die gebürtige Wuppertalerin zeigt sich nicht nur fasziniert von der Fantasie-Form, sondern beweist vor allem Persönlichkeit an den Tasten. Im Schumann verquickt der Twen romantischen Geist mit barocker Polyphonie, in der Wanderer-Fantasie wird das Virtuose Ausdruck – und mit der Wahl C.P.E. Bachs beweist die Künstlerin neben Jubiläums-Geschick vor allem erzählerische Intensität. An dieser Stelle sei die Prophezeiung gewagt: Danae Dörken ist auf dem besten Wege zu einer großen Karriere.
CD-Rezension Danae Dörken
Auf dem Weg nach ganz oben
Zukunftsorientiert sind die drei Stücke dieses Albums – genau so wie Danae Dörkens Interpretation
C-Dur op. 17
C.P.E. Bach: Fantasie
fis-Moll
Schubert: Wanderer-Fantasie C-Dur op. 15
Danae Dörken (Klavier)
ARS Produktion
Auch interessant
-
Danae Dörken spielt Marie Jaëll
Als Virtuosin gefeiert, als Komponistin verschmäht
Danae Dörken und das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt entreißen Marie Jaëlls erstes Klavierkonzert dem Vergessen.
-
Porträt Danae Dörken
Die Brückenbauerin
Unprätentiös, unkompliziert und herrlich fröhlich: Danae Dörken gewinnt die Menschen auch jenseits der Tasten auf Anhieb für sich
Rezensionen
-
Rezension Danae Dörken – Glass Two
Im Fluss
Fantasievoll und hoch präzise bewegen sich Pascal Schumacher und Danae Dörken an Vibrafon und Klavier durch die Minimal Music von Philip Glass.
-
Rezension Benedict Kloeckner – Dvořák: Cellokonzert
Kontrastreich
Ohne Sentimentalitäten und betont kammermusikalisch stemmt Benedict Kloeckner Antonín Dvořáks Cellokonzert.
Termine
-
Mo., 09. März 2026 19:30 Uhr
Beethoven-Haus, BonnKonzert
Philippe Tondre, Danae Dörken
Beethoven: Sonate F-Dur op. 17, Dranishnikowa: Poem, Dvořák: Sonatine G-Dur op. 100, Schumann: Fantasiestücke op. 73, Slavický: Suita, Haas: Suite op. 17
-
So., 26. April 2026 11:00 Uhr
Kölner Philharmonie, KölnKonzert
Danae Dörken, Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt, Hansjörg Albrecht
Mendelssohn: Sommernachtstraum op. 21 & Klavierkonzert Nr. 1 g-Moll op. 25, Schumann: Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 „Rheinische“
-
Mi., 16. Dezember 2026 19:00 Uhr
Schloss Schwiessel, PrebberedeKonzert
Danae Dörken, Kiveli Dörken
Festspiele Mecklenburg-Vorpommern
Aktuelle Rezensionen
-
Rezension Finghin Collins – Hommage à Pleyel
Umsichtig
Finghin Collins bringt auf einem Flügel des berühmten französischen Klavierbauers Pleyel Werke von Haydn bis Debussy zum Klingen.
-
Rezension Georges Prêtre – Fauré: Requiem
Auf kongenialer Höhe
Bereits vor 30 Jahren leuchtete eine Spitzenbesetzung um Dirigent Georges Prêtre die Gefühlswelten von Faurés „Requiem“ exemplarisch aus.
-
Rezension Nicola Benedetti – Violin Café
Die Welt im Kaffeehaus
Geigerin Nicola Benedetti und eine bravouröse Kombo sorgen für betörende Extraklasse mit Arrangements großer Komponisten und Traditionals.
-
Blind gehört Andris Poga„Es liegt mir auf der Zunge“
Andris Poga hört und kommentiert Aufnahmen von Kollegen, ohne dass er weiß, wer spielt.



