Sie hat sich jedes Detail überlegt, reiht weitgehend ohne Schärfen Tönchen an Tönchen in den obersten Tongefilden, liefert bruchlose dynamische Übergängen in Sekundeneile. Diana Damrau singt Donizettis Lucia di Lammermor wahrhaft belcantistisch. Der Mitschnitt aus München hat also eine klare Gewinnerin, der sich, mit moderaten Abstrichen, auch Joseph Calleja als Edgardo und Damrau-Gatte Nicolas Testé als Raimondo an die Seite stellen dürfen. Dass die Aufnahme dennoch weitgehend im Mittelmaß verharrt, liegt, neben Ludovic Téziers Enrico, vor allem am „Münchner Opernorchester“, einem Mix aus Philharmonikern und Gästen, und an Dirigent Jesús López-Cobos: Steigerungen wirken anerzogen, Übergänge mutlos. Mehr als einzelne solistische Kantilenen wollen nicht gelingen, dass es sich hier um eine fein gemaserte, rhythmisch quicke und wechselhafte Musik handelt, erschließt sich allenfalls teilweise.
CD-Rezension Diana Damrau
Gewinner und Verlierer
Diana Damrau singt Donizettis Lucia di Lammermoor wahrhaft belcantistisch – und verharrt dennoch im Mittelmaß
-
„Den Moment zu genießen, ist ein großes Privileg“
Regula Mühlemann über die Stärken, Pflichten und kulturellen Eigenheiten der Schweiz – und den Prozess, künstlerisch zu reifen.
Newsletter
Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!


