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Rezension Julia Barthe – Schultz: Die 13 Monate

Postimpressionistische Farben

Julia Barthe und ihr Pianist Henning Lucius agieren bemerkenswert vorsichtig in Wolfgang-Andreas Schultz‘ Vertonung von Kästners Gedichten.

vonRoland H. Dippel,

Der stimmen- und bühnenerfahrene Wolfgang-Andreas Schultz wählte mit der Vertonung von Erich Kästners berühmten Zyklus „Die 13 Monate“ einen für die Gattung Lied außergewöhnlichen wie anspruchsvollen Lockdown-Zeitvertreib. Denn Kästners rhetorisch geschliffene Verse auf der eigenwilligen Ebene zwischen lakonischer Nähe und ironischer Distanz erfordern Haltung nicht nur in der Komposition, sondern auch von den Interpreten. Letztere haben es hier schwerer als bei romantischen Gefühlserkundungen, avantgardistischem Konditionstraining und Schulz‘ anderen Werken auf diesem Album. Es erstaunt, wie flächig und empathisch, ja genüsslich hier der frühere Ligeti-Schüler Schulz postimpressionistische Farben zum Blühen bringt. Die Sopranistin Julia Barthe gibt sich bemerkenswert vorsichtig in Diktion und Ausdruck. Auch Henning Lucius holt nicht alle gestischen Möglichkeiten aus dem bewegten Klavierpart.

Julia Barthe
Julia Barthe

Schultz: Die 13 Monate – Lieder nach Gedichten von Kästner, Vom Sterben der Natur & Drei Volkslieder

Julia Barthe (Gesang), Henning Lucius (Klavier)
Ambitus

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