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Rezension Patricia Petibon – Amour, la Mort, la Mer

Wesensverwandtschaft

Wenn Patricia Petibon ihr packend individuelles Timbre blühen und schimmern lässt, wird das zu einer Offenbarung.

vonRoland H. Dippel,

Ein Album der außergewöhnlichen Art! Patricia Petibon vergisst ihre gute Barock-Erziehung und entdeckt ihre Wesensverwandtschaft mit Édith Piaf. Die Französin begibt sich in die Grenzbereiche zwischen verschiedenen Genres. Sie haucht, raunt, flüstert und führt ihre Stimme, die mit dem Meer und mit dem Akkordeon zu verschmelzen scheint, immer wieder in performative Kontraste. Mit der ihr eigenen Delikatesse und Entrückung, versteht sich. Wenn Petibon das packend individuelle Timbre blühen und schimmern lässt, wird das zu einer Offenbarung. Eine weniger empathische als analytische Auffächerung: Hier artikuliert sich ein Mensch von heute, der über das Spiel seiner Hormone sowie die Flüchtigkeit von Stimmungen und Emotionen bestens informiert ist. Die ausladende Dimension des Titels steht in Kontrast zu den feinen Nuancen, die Susan Manoff mit einem perfekten, kühlen Fundament untermauert.

Patricia Petibon
Patricia Petibon

Amour, la Mort, la Mer
Cras: La Rencontre
Bacri: All through Eternity op. 96 & A la Mar op. 119 Nr. 1
Villa-Lobos: Cancao do Marinheiro
Faure: Au bord de l’eau & Clair de lune op. 46 Nr. 2
Lennon/Ono: Oh my Love
Barber: The Crucifixion op. 29 Nr. 5
Satie: Avant-dernieres pensées
Poulenc: Sanglots (a Suzette)
Tiersen: Lok Gweltaz & Yuzin
Ramirez: Alfonsina y el Mar
Rodrigo: Adela
Granados: Dolorosa
Escaich: Le chant des Lendemains
Mignone: Dona Janaina
Hahn: Neere
Baksa: Heart! We will forget him
Traditionals: Woman of Ireland & Danny Boy

Patricia Petibon (Sopran), Susan Manoff (Klavier), David Venetucci (Akkordeon)
Sony Classical

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