Treue und Wankelmut

CD-Rezension Philippe Jaroussky

Treue und Wankelmut

Philippe Jaroussky und Karina Gauvin dominiert das Schaulaufen der Virtuosen in Händels melancholischer Komödie

In der 1730 in London uraufgeführten Partenope scheint Händel shakespearesche Vertiefung anzustreben. In feinster Ausdifferenzierung werden Liebeslust und -leid, Treue und Wankelmut geradezu musikalisch analysiert. Mit perfekt geführtem, warmem und wandlungsfähigem Sopran gibt Karina Gauvin der Aufnahme in der umschwärmten Titelrolle ein großartiges Zentrum. Der andere Star der Aufnahme, Philippe Jaroussky, bezaubert mit dem melancholischen Ch’io parta?. Wo allerdings stimmlicher Krafteinsatz gefordert wird, klingt die Stimme körnig, nicht selten müde. Dagegen beeindrucken John Mark Ainsley mit expressiven Koloraturen und der immensen Ausdrucksspanne seines immer noch erstaunlich flexiblen Tenors und die junge Teresa Iervolino mit androgynem, groß dimensioniertem Alt. Dem fundierten Dirigat Riccardo Minasis fehlt es nirgends an klanglicher Delikatesse, gelegentlich aber durchaus an Esprit.

Händel: Partenope
Karina Gauvin (Partenope), Philippe Jaroussky (Arsace), Emöke Baráth (Armindo) u. a.
Il Pomo d´Oro, Riccardo Minasi (Leitung)
Erato (3 CDs)

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Termine

Dienstag, 07.04.2020 19:30 Uhr Neue Aula der Universität Heidelberg
Mittwoch, 13.05.2020 20:00 Uhr Prinzregententheater München

Philippe Jaroussky, Ensemble Artaserse

Vivaldi: L’olimpiade (Auszüge), Händel: Auszüge aus ,,Giulio Cesare“, „Il Parnasso in festa“ & „Radamisto“

Sonntag, 17.05.2020 19:30 Uhr Kulturpalast Dresden

Philippe Jaroussky, Ensemble Artaserse

Dresdner Musikfestspiele
Freitag, 17.07.2020 19:30 Uhr Georgenkirche Eisenach

Himmelsmusik

MDR-Musiksommer

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