Mit Charme

CD-Rezension Pretty Yende – A Journey

Mit Charme

Hoffnung machendes Hochglanz-Debüt-Recital von Pretty Yende: Selten vermittelte sich in einem Belcanto-Recital so viel Lebensfreude

„A Journey“ ist eins der wenigen wirklich Hoffnung machenden Hochglanz-Debüt-Recitals der letzten Jahre. Pretty Yendes Sopranstimme ist toll fokussiert, verfügt über ein großes Spektrum luftiger Farben und spricht vor allem ohne jeden Druck an. Noch fehlt es der jungen Südafrikanerin an Ausdruckstiefe und Differenzierungsvermögen, ein wenig auch an Koloraturtechnik. Einstweilen überwiegt eindeutig die Lebensfreude, die schiere Lust am Umgang mit dem Instrument Stimme, deren jetzt schon attraktive Höhe sich vermutlich in den nächsten Jahren weiter öffnen wird. Schon im ersten Track, der großen Barbiere-Arie, biegt sie einfach mal in eine andere Richtung ab, nicht aus Ungeschicklichkeit, sondern aus Freude am Musikmachen. Auch die Lucia-Arie „Regnava nel Silenzio“ erklang selten so mühelos. Derart überbordender Charme war auf dem Tonträgermarkt lange nicht zu hören.

A Journey
Rossini: Arien aus „Il Barbiere di Siviglia“ & „Le Comte Ory“
Delibes: Blumenduett aus „Lakmé“
Bellini: Arien aus „Beatrice di Tenda“ & „I Puritani“
Gounod: Dieu, quel frisson aus „Romeo et Juliette“
Donizetti: Ancor non giunse aus „Lucia di Lammermoor“

Pretty Yende (Sopran), Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI, Marco Armiliato (Leitung)
Sony Classical

Weitere Rezensionen

CD-Rezension Pretty Yende – Dreams

Eingelöst

Ein Traum: Pretty Yendes Stimme hat auch in der extremen Höhe Glanz und Rundung, die Koloraturen sind von Leben durchpulst weiter

Termine

Dienstag, 29.09.2020 19:00 Uhr Bayerische Staatsoper

Donizetti: L’elisir d’amore

Pretty Yende (Adina), Galeano Salas (Nemorino), Andrei Zhilikhovsky (Belcore), Milan Siljanov (Dulcamara), Sarah Gilford (Giannetta), Francesco Angelico (Leitung), David Bösch (Regie)

Donnerstag, 01.10.2020 19:00 Uhr Bayerische Staatsoper

Donizetti: L’elisir d’amore

Pretty Yende (Adina), Galeano Salas (Nemorino), Andrei Zhilikhovsky (Belcore), Milan Siljanov (Dulcamara), Sarah Gilford (Giannetta), Francesco Angelico (Leitung), David Bösch (Regie)

Sonntag, 04.10.2020 17:00 Uhr Bayerische Staatsoper

Donizetti: L’elisir d’amore

Pretty Yende (Adina), Galeano Salas (Nemorino), Andrei Zhilikhovsky (Belcore), Milan Siljanov (Dulcamara), Sarah Gilford (Giannetta), Francesco Angelico (Leitung), David Bösch (Regie)

Freitag, 09.10.2020 20:00 Uhr Elbphilharmonie Hamburg

Pretty Yende, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Kent Nagano

Beethoven: Coriolan-Ouvertüre op. 62, Konzertarie „Ah! Perfido” op. 65 & Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36

Sonntag, 16.05.2021 17:00 Uhr Konzerthaus Dortmund

Auch interessant

Interview Pretty Yende

„Dafür bin ich doch Opernsängerin geworden!“

Unter den internationalen Sängern ist Pretty Yende noch relativ jung, dabei entdeckte die Sopranistin erst mit 16 ihre Stimme weiter

Opern-Kritik: Das Meininger Theater – Der Barbier von Sevilla

Tempo, Tempo!

(Meiningen, 14.10.2016) Lars Warnecke inszeniert Rossini als abendfüllendes Tanz- und Straßentheater weiter

Porträt Pumeza Matshikiza

Kap der guten Stimmen

Märchenhafte Geschichten: Aufgewachsen in den Townships von Kapstadt, ist Pumeza Matshikiza heute ein Opernstar weiter

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *