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Rezension Shanghai Symphony Orchestra & Long Yu

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Austausch zwischen den Kulturen: Das Shanghai Symphony Orchestra braucht den Vergleich mit westlichen Klangkörpern nicht zu scheuen.

Vielleicht kommen entscheidende Impulse für die zeitgenössische E-Musik demnächst aus China. Ein so melodiensattes Werk wie das Violinkonzert „La Joie de la souffrance“ des Messiaenschülers Qigang Chen, das tonale Strukturen, raffinierten Orchestersatz und chinesisches Kolorit auf klangsinnlich-expressive Weise vereint, würde ein europäischer Komponist sich wohl kaum zu schreiben trauen. Der Titel „Gateways“ dieses höchst interessanten Albums, die erst der Auftakt ist für eine Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Grammophon und dem Shanghai Symphony Orchestra, ist Programm: Denn auch Fritz Kreislers, von Maxim Vengerov fulminant hingelegtes „Tambourin chinois“ steht wie Sergej Rachmaninows „Sinfonische Tänze“ für den Austausch zwischen Kulturen. Und dass das schon 1879 (!) gegründete Orchester den Vergleich mit westlichen Klangkörpern nicht zu scheuen braucht, beweist es auf diesem Album sehr eindrucksvoll.

© Sophie Zhai

Long Yu

Gateways
Chen: Orchestersuite „The Five Elements“ & Violinkonzert „La Joie de la souffrance“
Kreisler: Tambourin chinois op. 3
Rachmaninow: Sinfonische Tänze op. 45

Maxim Vengerov (Violine), Shanghai Symphony Orchestra, Long Yu (Leitung)
Deutsche Grammophon

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