Wider den Winter-Blues

CD-Rezension Sol Gabetta – Prayer

Wider den Winter-Blues

Stets vermag das raffinierte Spiel von Sol Gabetta mit den Klangfarben hinaus die zutiefst menschlichen Gefühle zu treffen

Regnerisches Herbstwetter und die düstere Jahreszeit können ganz schön auf die Stimmung schlagen. Dem Melancholiker könnte das neue Album „Prayer“ der Star-Cellistin Sol Gabetta mit seiner von Leid und Herzschmerz geprägten Auswahl von dem jüdischen Leben gewidmeten Werken glatt den Rest geben … wäre da nicht dieser singende, so ungemein intensive Ton der Argentinierin, der eben dieses Leid und den Herzschmerz, aber auch die inneren Dramen in ihrer ganzen Ausdrucksweite zu durchmessen vermag. Ob nun Blochs titelgebendes Zyklusstück, seine „Méditation“ oder auch die sinfonische Dichtung „Schelomo“: Stets weiß die 35-Jährige ebenso suggestiv wie intelligent zu gestalten, vermag ihr raffiniertes Spiel mit den Klangfarben auch in den Liedern Schostakowitschs über die lupenreine Intonation und technische Souveränität hinaus die zutiefst menschlichen Gefühle zu treffen. Zweifelnd, nagend, existenziell. Bohrend, dramatisch, doch auch träumend. Und hilft uns am Ende damit sogar über den Winter-Blues hinweg.

Prayer
Bloch: From Jewish Life, Nigun aus „Baal Shem“, Méditation hébraïque
Schostakowitsch: From Jewish Folk Poetry
Casals: Gesang der Vögel

Sol Gabetta (Violoncello), Amsterdam Sinfonietta, Candida Thompson (Leitung), Orchestre National de Lyon, Leonard Slatkin (Leitung), Cello Ensemble Amsterdam Sinfonietta)

Sony Classical

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Termine

Freitag, 28.02.2020 20:00 Uhr Kölner Philharmonie

Sol Gabetta, NHK Symphony Orchestra, Tokyo, Paavo Järvi

Takemitsu: How Slow the Wind, Schumann: Cellokonzert a-Moll op. 129, Bruckner: Sinfonie Nr. 7 E-Dur

Samstag, 29.02.2020 20:00 Uhr Konzerthaus Dortmund

Sol Gabetta, NHK Symphony Orchestra Tokyo, Paavo Järvi

Takemitsu: How Slow the Wind, Schumann: Cellokonzert a-Moll op. 129, Bruckner: Sinfonie Nr. 7 E-Dur

Dienstag, 03.03.2020 20:00 Uhr Alte Oper Frankfurt

Sol Gabetta, Tschechische Philharmonie, Jakub Hrůša

Dvořák: Cellokonzert h-Moll op. 104, Suk: Scherzo fantastique op. 25, Janáček: Taras Bulba

Mittwoch, 04.03.2020 20:00 Uhr Kölner Philharmonie

Sol Gabetta, Tschechische Philharmonie, Jakub Jakub Hrůša

Dvořák: Cellokonzert h-Moll op. 104, Suk: Scherzo fantastique op. 25, Janáček: Taras Bulba

Freitag, 06.03.2020 20:00 Uhr Liederhalle Stuttgart

Sol Gabetta, Tschechische Philharmonie, Jakub Hrůša

Suk: Scherzo fantastico op. 25, Dvořák: Cellokonzert h-Moll op. 104, Janáček: Taras Bulba

Samstag, 07.03.2020 20:00 Uhr Graf-Zeppelin-Haus Friedrichshafen

Sol Gabetta, Tschechische Philharmonie, Jakub Hrůša

Suk: Scherzo Fantastico op. 25, Dvořák: Cellokonzert h-Moll op. 104, Janáček: Taras Bulba

Sonntag, 08.03.2020 20:00 Uhr Konzerthaus Freiburg

Sol Gabetta, Tschechische Philharmonie, Jakub Hrůša

Suk: Scherzo Fantastico op. 25, Dvořák: Cellokonzert h-Moll op. 104, Janáček: Taras Bulba

Sonntag, 29.03.2020 11:00 Uhr Semperoper Dresden

Sol Gabetta, Bertrand Chamayou

Schumann: Fünf Stücke im Volkston op. 102, Beethoven: Cellosonate Nr. 3 A-Dur op. 69, Brahms: Cellosonate Nr. 2 F-Dur op. 99

Montag, 30.03.2020 19:30 Uhr Neue Aula der Universität Heidelberg

Sol Gabetta, Bertrand Chamayou

Heidelberger Frühling
Donnerstag, 23.04.2020 20:00 Uhr Heinrich-Lades-Halle Erlangen

Sol Gabetta, Bamberger Symphoniker, Krzysztof Urbański

Kilar: Orawa, Weinberg: Cellokonzert c-Moll op. 43, Mussorgski/Ravel: Bilder einer Ausstellung

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