Concerti Bücherfrühling – Peter Wehle: Beethoven – Von allem mehr

Informativ, einfühlsam, humorvoll

Der österreichische Krimi-Autor, Musikwissenschaftler und Psychologe Peter Wehle überrascht mit einer kurzweiligen Beethoven-Biografie.

© Frank Helmrich

Peter Wehle

Peter Wehle

Schwarz-weiß und grafisch modern wirkt das Cover von Peter Wehles Neuerscheinung „Beethoven – Von allem mehr“ und hebt sich somit schon auf den ersten Blick deutlich von anderen Künstlerbiografien ab. Auch beim ersten Lesen wird klar: Wer eine trockene Abhandlung über Ludwig van Beethoven befürchtet hat, wird positiv überrascht. Gleich auf den ersten Seiten befinden wir uns im Bonn des 18. Jahrhunderts bei dem kleinen Ludwig, dessen außergewöhnliches Talent früh entdeckt und gefördert wird.

Wir begleiten ihn beim Heranwachsen, Komponieren und bei seinem Umzug nach Wien. Wir lernen seine Wegbegleiter und seine wichtigsten Werke kennen, bekommen detaillierte Einblicke in seine Psyche und leiden bei seinem Herzschmerz und seiner zunehmenden Hörschwäche mit. Autor Peter Wehle bringt uns Beethoven in kurzen Kapiteln näher, die so prägnant sind, dass man schon auf wenigen Seiten viele neue Aspekte des Komponisten kennenlernt. Aufgelockert wird die Biografie durch die oft humorvolle Sprache des Autors sowie durch zahlreiche Abbildungen und Zitate aus Briefen Beethovens und seiner Begleiter.

Dass Wehle ab und zu ins Musikwissenschaftliche abdriftet, merkt man gar nicht. Stattdessen staunt man darüber, dass Beethoven der Meinung war, er habe sich seine Taubheit infolge eines Wutanfalls zugezogen, und dass er den tosenden Applaus nach der Aufführung seiner neunten Sinfonie erst bemerkte, nachdem ihn die Sopranistin zum Publikum gedreht hatte. Das Buch bietet einen tollen Einstieg für Beethoven-Neulinge und ist auch für Kenner eine lesenswerte Lektüre.

Buch-Tipp

Peter Wehle: Beethoven – Von allem mehr

Amalthea
256 Seiten
25 Euro

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