Bei seinem diesjährigen Weihnachtskonzert singt der Berliner Oratorien-Chor (BOC) ein Weihnachtsoratorium – und Bach. Das mag zunächst irritieren, stehen Werk und Titel bei dieser Konstellation doch meist in derselben Zeile auf dem Programmzettel. Der BOC, einer der ältesten Laienchöre der Stadt, nimmt jedoch bewusst Abstand vom jahreszeitgemäßen Standardrepertoire und bringt den großen Saal der Philharmonie mit besonderen, keinesfalls minder festlichen Raritäten zum Leuchten. So stammt etwa das besagte Weihnachtsoratorium aus der Feder von Carl Heinrich Graun, einstiger Kapellmeister am preußischen Hof von Friedrich dem Großen. Das Werk galt lange als verschollen und wurde erst 1998 erstmals editiert. 1728 komponiert und erst voriges Jahr rekonstruiert wurde wiederum der Eingangschor der dem ersten Weihnachtsfeiertage zugedachten Bach-Kantate „Ehre sei Gott in der Höhe“ BWV 197a. Nicht verschollen, doch häufig unterschätzt ist dagegen das feierlich strahlende „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier. Ein Werk, das bei Weitem mehr verkörpert, als nur den vielzitierten Eröffnungsjingle der Eurovision.
Weihnachtskonzert Berliner Oratorien-Chor
Frisch rekonstruierte Bach-Kantate
Der Berliner Oratorien-Chor lockt mit festlichen Werken abseits des Standardrepertoires in die Philharmonie.
© Mark Hunt/Berliner Oratorien-Chor e.V.
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