Christina Landshamers Lieblingsstück

Bachs „Die Kunst der Fuge“

Für Sopranistin Christina Landshamer ist Johann Sebastian Bachs „Die Kunst der Fuge“ eines der schönsten Instrumentalwerke

Christina Landshamer © Marco Borggreve

Christina Landshamer

Generell höre ich sehr gerne Stücke ohne Gesang, weil ich mich da einfach hineinfallen lassen kann, ohne gleich rein analytisch zu hören wie bei Kompositionen für Gesang. Einen besonderen Platz unter den Instrumentalwerken hat für mich „Die Kunst der Fuge“. Jede einzelnen Fuge ist hoch komplex auskomponiert, und doch ist die Musik klar, absolut, vollkommen – „einfach“ im besten Sinne also. Und unglaublich meditativ!

Vor Kurzem hatte ich ein sehr schönes Projekt mit Musikern aus dem Gewandhausorchester, wo wir „Die Kunst der Fuge“ mit der Bachkantate „Mein Herze schwimmt im Blut“ kombiniert haben. Auch wenn jeder Cembalist sofort aufspringen und protestieren würde: Diese Streichquartettvariante finde ich einfach wunderbar! Eine meiner Lieblingsaufnahmen der „Kunst der Fuge“ ist daher auch jene des Emerson String Quartet.

Deren Interpretation hat eine bezwingende Schlichtheit: Keiner der Musiker stellt sich in den Vordergrund, stattdessen geht es dem Ensemble ausschließlich um die Schönheit der Musik. Das entspricht auch meinem Kunstideal: Wenn ich singe, geht es nicht um mich, sondern um die Musik und um das, was sie auszudrücken vermag. Doch ganz gleich ob auf Cembalo oder im Streichqartett: Die vielschichtige Konstruktion des Instrumentalwerks kann man im Prinzip auch auf jede Bach-Arie übertragen – sofern man „Die Kunst der Fuge“ doch mal analytisch 
hört …

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