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Bachwoche Ansbach 2023

Toccaten, Kantaten und die Kunst der Fuge

Die Bachwochen Ansbach feiern Bachs Amtsantritt als Thomaskantor vor 300 Jahren.

vonTeresa Pieschacón Raphael,

„Ansbach, die Stadt, die Bach in sich trägt“, heißt es, auch wenn Bach bekanntlich nie in der ehemaligen Residenz der Kurfürsten von Brandenburg-Ansbach war. Dennoch kann die altfränkische Stadt den Thomaskantor für sich beanspruchen, und dies bereits seit 1947. Seitdem findet die renommierte Bachwoche statt. Kurz nach dem Krieg stand Bach, anders als Wagner, für die unbelastete deutsche Kultur. „Ein Komponist, der vielen, wie bei Wagner auch, eine Art Religion ist“, wie Intendant Andreas Bomba, der seit 2006 das Festival führt, sagt. Mäzen ab der „Stunde Null“ war der legendäre Bankier Hermann Josef Abs. Mit ihm kam die Hochfinanz und Politik in das beschauliche Städtchen. Darunter auch der einstige Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff, der immer wieder nach Ansbach pilgerte – schwer vorzustellen bei dem heutigen politischen Personal. Und als es 2004 um die Wiederherstellung der historischen Wiegleb-Orgel in Sankt Gumbertus ging, waren im Nu 200.000 Euro zusammengetrommelt vom Verein der Freunde der Bachwoche Ansbach e. V., deren Vorstand seit Abs stets ein Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bank übernahm.

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Eine Retrospektive auf die Entwicklung des Musikfestes stellt der Dokumentarfilm „Weichet nur, betrübte Schatten“ von 2011 des unlängst verstorbenen Regisseurs Stefan Zednik dar. Tempi passati. Denn heute ist die Deutsche Bank nicht mehr als Sponsor an Bord. Die „Bachwöchner“ hingegen halten dem Festival die Treue, das aktuell das 300-jährige Jubiläum von Bachs Amtsantritt als Thomaskantor in Leipzig feiert. Die in Konzerten eher unterrepräsentierten Toccaten erklingen und nicht nur die berühmte in d-Moll. Außerdem die „Kunst der Fuge“ so wie die „Goldbergvariationen“. Dazu Orgel-­, Kammer-­ und Konzertmusik und die Uraufführung von „Jesu, my Delighting“ von Roxanna Panufnik (*1968), die zur Krönung von Charles III. ein Werk beisteuerte. Außerdem Motetten und die „Johannespassion“ mit Ludwig Böhme, dem neuen Leiter des Windsbacher Knabenchores. Und die Kantaten aus dem ersten Leipziger Jahrgang, 25. Juli bis 8. August 1723. Täglich laden Bach­-Sprech­stunden ein, die Musik zu vertiefen, auf dass der „gute applausu“, wie die Kritik die Reaktion auf Bachs erste Kantate am 30. Mai 1723 beschrieb, anhält.

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