Kurz gefragt mit Malte Arkona

Der Orchesterdetektiv

Der Tigerenten Club machte Malte Arkona bekannt. Inzwischen moderiert er auch klassische Konzerte. Hier spricht er über...

© Urban Ruths

Malte ARkona

Malte ARkona

… Talent

Malte Arkona: Mit Talent kann man es schaffen, ganz neue Welten zu entdecken und viele tolle Leute kennenzulernen, die ebenfalls Talent haben. Und da mein musikalisches Talent leider überschaubar ist, habe ich ja zum Glück noch mein Moderatorentalent, mit dem ich auf die ganz großen Bühnen gekommen bin.

… Rockmusik

Arkona: Da denke ich natürlich immer an meinen Vater [Hannes Arkona, ehemaliges Mitglied der Artrock-Band Eloy] und meine Mutter. Beide haben jüngst ihren sechzigsten Geburtstag zusammen gefeiert – mit einem Rockfestival mit neun verschiedenen Bands!

… den Tigerenten Club

Arkona: Was soll ich dazu sagen? Er war der Türöffner für alles, was danach folgte. Ein Schlüssel, mit dem ich ganz viele Türen aufschließen konnte.

… Musikvermittler

Arkona: Mit dem Begriff konnte ich früher überhaupt nichts anfangen. Ich war damals der Meinung: Wieso über Musik reden, die doch für sich spricht? Aber heute sehe ich das komplett anders und bin deshalb auch sehr gerne ein Musikvermittler. Es gibt tolle Ansätze, mit denen man das Hören lernen kann und dadurch viel mehr von der Musik versteht als vorher.

… Orchesterdetektiv

Arkona: Der war ich gerade erst am Wochenende zusammen mit meiner Frau in Luxemburg. Auch in Hannover bin ich mit der NDR Radiophilharmonie bei den Familienkonzerten immer wieder ein Orchesterdetektiv … Und übrigens ist auch jeder im Publikum einer! Es geht dabei darum, zusammen etwas über die Komponisten und ihre Stücke herauszufinden, so dass man am Ende eine andere Einschätzung hat als vorher.

… Musik für Kinder

Arkona: Die halte ich für mindestens genauso wichtig wie frische Luft oder frisches Wasser. Ich glaube, dass man sich gerade auch mit Hilfe von Musik zu einer Persönlichkeit entwickeln kann, denn mit dem Musikhören reflektiert man sich gleichzeitig selbst.

… zeitgenössische E-Musik

Arkona: Ist tatsächlich ein neues Thema für mich, bisher habe ich wenig Berührung damit gehabt. Demnächst moderiere ich ein Jugendkonzert der Münchner Philharmoniker, bei dem „Threnos“ von Penderecki gespielt wird, das dem Andenken an die Opfer von Hiroshima gewidmet ist. Und ich freue ich mich sehr darauf, das mal live zu hören. Denn wenn man den Hintergrund kennt, über den ich dann auch etwas erzählen werde, dann hört man diese Musik ganz anders. Es ist mit zeitgenössischer Musik nicht so, wie ich früher immer dachte: „O Gott, wer hört sich so schräge Klänge an? Was soll das Ganze?“ Es ist eine eigene Welt, in die man wirklich eintauchen kann.

… Älterwerden

Arkona: Das Älterwerden zählt zu den ganz großen Vorteilen im Leben. Ich bin gerade vierzig geworden und habe festgestellt, dass ich mir nichts mehr beweisen muss. Ich muss auch nicht irgendwelchen Dingen nachrennen, um das Gefühl zu haben, wertvoll zu sein, sondern kann mir aussuchen, was mich interessiert. Das finde ich sehr beruhigend. Probleme, die man früher hatte, kann man im Rückblick anders beurteilen und auch ad acta legen.

Album-Tipp

Tarkmann: Na warte, sagte Schwarte & Die verlorene Melodie
M. Arkona (Erzähler), Kinderchor Altriper Rheinfinken.
Coviello

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