Radio-Tipp 9.11.: Gedenkkonzert aus dem Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie

Gegen das Vergessen

Achtzig Jahre nach den Novemberpogromen erinnern das Berlin Piano Trio gemeinsam mit Gerd Wameling und Therese Affolter an die Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes.

Zerstörte jüdische Geschäfte in Magdeburg, November 1938 © Bundesarchiv, Bild 146-1970-083-42

Zerstörte jüdische Geschäfte in Magdeburg, November 1938

Von den Nazis selbst als „Reichskristallnacht“ bezeichnet, ging der judenfeindliche Terror in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 als dunkles Kapitel in die deutsche Geschichte ein. Infolge der zahlreichen Verbrechen mit bis zu 400 Todesopfern setzte eine beispiellose Fluchtbewegung ein, bei der bis zu 200.000 Menschen aus Angst vor dem Regime das Land verließen. Achtzig Jahre nach den Novemberpogromen erinnern nun zahlreiche Veranstaltungen und Konzerte im gesamten Bundesgebiet an die Verbrechen der Nationalsozialisten mit der Intention, die Geschehnisse im Bewusstsein der Menschen zu bewahren, mahnend für alle nachfolgende Generationen.

Eine dieser Veranstaltungen findet am morgigen Freitag im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie statt. Dort wird das deutsch-polnische Berlin Piano Trio, bestehend aus dem Geiger Krzysztof Polonek, der Cellistin Katarzyna Polonek sowie dem Pianisten Nikolaus Resa, gemeinsam mit den Schauspielern Gerd Wameling und Therese Affolter einerseits an die Pogromnacht erinnern, andererseits die Geschehnisse in den Kontext der heutigen Zeit setzten, in der Flucht, Vertreibung und Asylsuche das Zeitgeschehen in vielen Ländern überschatten.

Wort und Musik zu Exil und Asyl aus der Berliner Philharmonie

Musikalisch wird bei dem Benefitz-Konzert Bohuslav Martinůs „Cinq Pièces brèves“ für Klaviertrio, Dmitri Schostakowitschs Klaviertrio Nr. 2 e-Moll, Antonín Dvořáks „Dumky-Trio“ und Johann Sebastian Bachs Cellosuite Nr. 5 c-Moll BWV 1011 erklingen. Zu den Werken werden Texte von Bertolt Brecht, Erich Kästner und Mascha Kaléko gelesen, Bezüge zu aktuellen Geschehnissen werden zudem durch Berichte von Zeitzeugen der Reichspogromnacht und durch die aktuelle Geschichte des Lampedusa-Flüchtlings Bashir Zakaryau hergestellt.

Deutschlandfunk Kultur überträgt das Konzert gegen das Vergessen, dessen Erlös an den „Raum der Namen“ im Holocaust Mahnmal Berlin gespendet wird, morgen ab 20:03 Uhr live aus dem Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie.

Hören Sie hier den vierten Satz aus Antonín Dvořáks Klaviertrio Nr. 4 mit dem Berlin Piano Trio:

concerti-Tipp:

Wort und Musik zu Exil und Asyl
Live aus dem Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie
Fr. 9.11.2018, 20:03 Uhr
Deutschlandfunk Kultur

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