Wie ein Naturlaut

CD-Rezension Wolfgang-Andreas Schultz

Wie ein Naturlaut

Man lauscht gebannt, was Wolfgang-Andreas Schultz da an durch die Philosophie des Zen-Buddhismus entzündeter Neuer Musik ersonnen hat. Ja, man wir förmlich hineingesogen in die atmosphärisch dicht gewobene, konzis komponierte Klangwelt seiner Japanischen Landschaften. Im Changieren zwischen einer transzendent-meditativen, überpersönlichen Schicht und der emotionsstark subjektiven Entäußerung scheinen sich  östliches und westliches Empfinden zu berühren. Die Musik des einstigen Ligeti-Schülers macht starke Identifikationsangebote. Wirkt sein Streichquartett Nr. 3 eher implizit asiatisch, sind die Anklänge in Bilder auf dem Grund des Sees konkreter, schon durch die Wahl der Flöte sowie traditioneller japanischer Skalen. Das Bekenntnis zum Zusammenspiel von Natur und Musik hat etwas archaisch Zeitloses, und es kommt dank der vorzüglichen Flötistin Imme-Jeanne Klett sowie der Imaginations- und Überzeugungskraft beider Ensembles eindringlich zum Ausdruck.

Wolfgang-Andreas Schultz: Japanische Landschaften
Amaryllis Quartett
Ensemble Obligat
Es-Dur

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