Eine Ära in Bildern

Buch-Rezension: Monika Rittershaus – moving music

Eine Ära in Bildern

Nicht nur etwas für Fans der Berliner Philharmoniker und Sir Simon Rattle: der Bild- und Gesprächsband „moving music“

Passender könnte ein Abschiedsgeschenk nicht sein. Denn schließlich verlässt Sir Simon Rattle 2018 die Berliner Philharmoniker. In der Hauptstadt geht damit musikalisch eine Ära zu Ende. Die Erinnerungen, die Sir Simon Rattle in seinen sechzehn Jahren als Chefdirigent sammeln konnte, wird er wahrscheinlich auch danach noch lange Zeit in seinem Herzen tragen und bewahren.

Damit die schönen Momente aber nicht nur für ihn, sondern auch für das treue Publikum bewahrt werden können, hat die Konzertfotografin Monika Rittershaus dank der Unterstützung der Freunde der Berliner Philharmoniker e. V. ihren Bildband „moving music“ herausgebracht.

Intime Einblicke in den Mikrokosmos eines Orchesters

Die Fotografin begleitete den Klangkörper über mehrere Jahre zu Konzerten, Gastspielen und auf Tourneen. Im Kleinen wie im Großen fing sie dabei wunderbare Momente ein. Ob nun das komplette Orchester während eines Konzerts aus unterschiedlichen Perspektiven oder aber einzelne Musiker vor, während oder nach einem Auftritt. Mal versprühen die Bilder geballte Energie, mal sind sie nachdenklich und ruhig. In beiden Fällen ermöglichen sie aber intime Einblicke in den Mikrokosmos des weltberühmten Orchesters. Und immer wieder im Fokus der Kamera: Sir Simon Rattle. Wodurch ein optisches Porträt seiner Schaffenszeit bei den Berliner Philharmonikern entsteht.

Atmosphärische Emotionalität

Komplettiert wird der Bildband durch zahlreiche Gespräche mit verschiedenen Orchestermusikern, die Lena Pelull führte. Angenehm unaufgeregt geht es in diesen bilingualen (die Texte sind sowohl auf deutsch als auch auf englisch abgedruckt) Interviews um den Orchesteralltag an sich: wie ist es als Solist zu spielen; wie war es so, die erste Frau bei den Berliner Philharmonikern zu sein; wie wurde man als Israeli während der Konzerte in Abu Dhabi behandelt; wie fühlt es sich an, mit seinem Bruder in einem Orchester zu spielen; und vermisst man als pensionierter Musiker den Probenalltag eigentlich sehr?

Lena Pelull kümmert sich mit ihren Fragen um zwischenmenschliche Details und komplettiert so die atmosphärische Emotionalität von Monika Rittershaus’ Fotografien ebenso wie das herzliche Vorwort von Eleonore Büning. Ein wirklich zauberhaft umgesetztes Abschiedsgeschenk für Sir Simon Rattle.

moving music. Die Berliner Philharmoniker & Sir Simon Rattle
Monika Rittershaus
264 Seiten
Alexander Verlag

Weitere Rezensionen

Rezension Sir Simon Rattle – Bernstein: Wonderful Town

New-York-Hommage über Tempolimit

Sir Simon Rattle animiert, treibt und fordert mit leichten Händen die Akteure in Bernsteins turbulentem Musical. weiter

CD-Rezension Bernstein: Sinfonie Nr. 2 „The Age of Anxiety“

Genaue Kenntnis

Alles soll so sein, wie es hier klingt: Mit Sir Simon Rattle steht Krystian Zimerman außerdem ein Dirigent zur Seite, der sich auch auf Bernsteins Zwischentöne versteht weiter

CD-Rezension Sir Simon Rattle

Erkundung ohne Risiko

Simon Rattle dirigiert in London Schumann: Ein waches, neugieriges Orchester, das die vielen Umschwünge mühelos nachvollzieht weiter

Auch interessant

Opern-Kritik: Staatsoper Berlin – Hippolyte et Aricie

In Lichtgewittern

(Berlin, 25.11.2018) Der dänisch-isländische Installationskünstler Ólafur Elíasson versenkt Jean-Philippe Rameaus Oper in einer Lasershow mit Musik. weiter

Verlosung Abschied Sir Simon Rattle mit Mahlers Sechster

Sir Simon Rattles Abschied mit Mahler

concerti verlost drei Editionen mit Mahlers Sechster, die gleichzeitig Sir Simon Rattles Abschied von den Berliner Philharmonikern war. weiter

TV-Tipp 24.6.: Abschiedskonzert von Sir Simon Rattle auf der Berliner Waldbühne

Mit Mahler fing alles an

Morgen Abend findet das Saisonabschlusskonzert der Berliner Philharmoniker auf der Waldbühne statt. Es wird das letzte Konzert mit Simon Rattle als Chefdirigent des Orchesters sein weiter

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *