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Rezension Montalbetti: Harmonieuses Dissonances

Inspirierter Spätzünder

Seit einiger Zeit entdeckt die Musikszene den Zeitgenossen Éric Montalbetti. Auch Geiger Christian Tetzlaff und Kollegen haben Gefallen am Komponisten gefunden.

vonEcki Ramón Weber,

Éric Montalbetti, Jahrgang 1968, ist ein Spätzünder, was seine Sichtbarkeit als Komponist angeht. Bis 2014 war er als künstlerscher Leiter des Orchesters von Radio France tätig. Er komponiert zwar seit seiner Kindheit, ist aber erst vor fünf Jahren mit seinen Werken an die Öffentlichkeit getreten. 2019 wurde sein Duo von Christian Tetzlaff und Alexander Vorontsov uraufgeführt: direkt, ansprechend, anspruchsvoll für beide Solisten. Die Geige geht in die höchsten Höhen bis zu pfeifenden Flageoletts, das Klavier bringt irisierende Klangflächen. Beide Interpreten brilllieren in Tongebung, Klangfärbung und Phrasierung. In Hommage à Matisse für Klarinette und Frauenstimme umschlingen sich die Melodielinien. Ein Klaviertrio präsentiert scharf umrissene Gestalten zwischen drei gleichberechtigten Partnern. Am überzeugendsten jedoch ist das Streichquartett in seiner glühenden Intensität, atmosphärischen Dichte und mit expressiven Kulminationspunkten. Gelungenes Porträt mit Experten.

Christian Tetzlaff © Giorgia Bertazzi
Christian Tetzlaff © Giorgia Bertazzi

Éric Montalbetti
Duo für Violine & Klavier „Lied des Dankes für das Leben in Freundschaft“
3 Vocalisen für Klarinette & Gesang „Hommage a Matisse“
Klaviertrio
Streichquartett „Harmonies Dissonances“

Christian Tetzlaff, Alexander Vorontsov, Delphine Haidan, Pierre Génisson, Les Dissonances, Solistes de l’Ensemble intercontemporain
Alpha

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