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Rezension Eldbjørg Hemsing – Hillborg: Zweites Violinkonzert

In stratosphärischen Höhen

Geigerin Eldbjørg Hemsing entfacht in Anders Hillborgs neuem Violinkonzert einen riesigen und suggestiven Erzählstrom.

vonFrank Armbruster,

Manchmal darf man als Rezensent auch persönlich werden, und deshalb: Seit langem hat mich kein Werk derart fasziniert wie dieses 2. Violinkonzert von Anders Hillborg, das die Geigerin Eldbjørg Hemsing hier zusammen mit dem Schwedischen Radio-Sinfonieorchester eingespielt hat. Ihm gehe es, so Hillborg, nicht darum, einen bestimmten Stil zu zelebrieren, sondern ein Erlebnis zu schaffen. Und was für eines: Dieses Violinkonzert gleicht einem großen Erzählstrom in acht Teilen, von dessen narkotischem Sog man mitgerissen und in dessen Verlauf man einem wahren Kosmos an Klängen ausgesetzt wird: Da gibt es einsame, sich in stratosphärischen Höhen aussingende Violinlinien, mäandernde Klangflächen, die an flüssiges Magma erinnern, aber auch gewaltige Orchestereruptionen. Hillborgs Orchesterstück „Liquid Marble“, ebenfalls hier eingespielt, ist von ähnlicher Suggestionskraft. So kann zeitgenössische Musik klingen.

Eldbjørg Hemsing
Eldbjørg Hemsing

Hillborg: Violinkonzert Nr. 2, Liquid Marble & Kväll

Eldbjørg Hemsing (Violine), Hannah Holgersson (Sopran), Swedish Radio Symphony Orchestra, Esa-Pekka Salonen (Leitung)
Sony Classical

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