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CD-Rezension Frieder Bernius

Tempera statt Sturm und Drang

Frieder Bernius präsentiert Carl Philipp Emanuel Bach als Oratoriumskomponisten – und setzt auf inneres Drama

vonEcki Ramón Weber,

Noch ein Nachschlag zum Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Jahr 2014: Das Oratorium Die Israeliten in der Wüste, entstanden in Bachs Hamburger Zeit. Es behandelt eine Episode aus dem alttestamentarischen Buch Exodus. Die Israeliten unter der Führung von Moses haben sich in der Wüste Sinai verirrt, der Tod droht. Das Volk ist verzagt, doch Jahwe lässt eine Quelle entspringen.  Nicht gerade dramatisch, die Handlung, aber eine Folie, um unterschiedlichste Affekte nuancenreich auszudrücken, von verzagter Klage bis tief empfundener Dankbarkeit und Hoffnung. Die vielfältig abgestuften Gefühlsregungen spüren Frieder Bernius und seine Stuttgarter feinfühlig auf. Diese Musik lebt nicht von grellen Sturm-und-Drang-Kontrasten, sondern setzt auf den mattglänzenden Schein von Tempera-Farben, was durchaus atmosphärische Dichte entfaltet. Nur die Solovokalpartien könnten stellenweise feiner ausziseliert sein.

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