Höchste Suchtgefahr

CD-Rezension John Storgårds

Höchste Suchtgefahr

Einojuhani Rautavaara gebietet über eine unverwechselbare, energische und dabei reichlich nostalgische Tonsprache

Unter den lebenden Komponisten dürfte Einojuhani Rautavaara der einzige sein, dessen Musik wirklich süchtig macht. Denn Finnlands Nestor hat mehr zu sagen als andere, und er gebietet über eine äußerst farbige, energische und dabei reichlich nostalgische Tonsprache, unverwechselbar dank ihrer Melodieströme von bezwingender Intensität und ihrer ganz individuellen, polytonalen Harmonik. Im Liederzyklus Rubáiyát (2015) greift Rautavaara auf tausend Jahre alten Texte des persischen Dichters Omar Khayyam zurück – und gelangt noch einmal auf die spirituellen Höhen seiner Oper Rasputin, aus der es hier vier durchdringende Chorliedbearbeitungen (2012) gibt. John Storgårds profiliert sich erneut als einer der herausragenden finnischen Rautavaara-Dirigenten, und das von ihm lange Jahre geleitete Orchester wandert souverän zwischen sphärischem Licht und tellurischem Dunkel. Man folgt ihnen wie im Rausch.

Rautavaara: Rubáiyát, Canto V „Into the Heart of Light“, Balada, & Vier Lieder aus „Rasputin“
Gerald Finley (Bassbariton), Mika Pohjonen (Tenor), Helsinki Music Centre Choir, Helsinki Philharmonic Orchestra, John Storgårds (Leitung)
Ondine

Termine

Donnerstag, 08.12.2022 20:00 Uhr Anneliese Brost Musikforum Ruhr Bochum

Antje Weithaas, Maximilian Hornung, Bochumer Symphoniker, John Storgårds

Brahms: Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102, Schulhoff: 32 Variationen über ein achttaktiges Thema op. 32, Sibelius: Sinfonie Nr. 3 C-Dur op. 52

Freitag, 09.12.2022 20:00 Uhr Anneliese Brost Musikforum Ruhr Bochum

Antje Weithaas, Maximilian Hornung, Bochumer Symphoniker, John Storgårds

Brahms: Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102, Schulhoff: 32 Variationen über ein achttaktiges Thema op. 32, Sibelius: Sinfonie Nr. 3 C-Dur op. 52

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