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Internationale Händel-Festspiele Göttingen 2026

Facettenreiche Klang-Mosaike

Die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen fragen in diesem Jahr nach der Aktualität der Musik ihres Namensgebers.

vonHannah Bernitt,

Unter dem Titel „Verlockung“ laden die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen zu mehr als 90 Konzerten ein. Historisch informiert – wie beim Gala-Konzert des Festspielorchesters, das sein 20-jähriges Bestehen feiert, oder in der Festspieloper „Deidamia“, aber auch hochaktuell, wo sich Händels Musik in Werken des 20. und 21. Jahrhunderts spiegelt. George Petrou und Jochen Schäfsmeier haben als Leitungsduo ein vielschichtiges Händel-Mosaik zusammengestellt, das weit über die Stadtgrenzen ausstrahlt. Zwischen den Pfaden des Künstlerzirkels Accademia dell’Arcadia, den man heute wohl als Influencerkollektiv bezeichnen würde, und den Spuren polnischer Volksmusik im Werk Telemanns, ist neben dem „Messiah“ auch ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Festspielleiter und Cembalisten Laurence Cummings geplant. Am 24. Mai wird er mit der Flötistin Rachel Brown tiefsinnige Emotionen aus der griechischen Mythologie zum Klingen bringen. Das Europäische Hanse-Ensemble um Gambistin Hille Perl und das niederländische Vokalensemble Tempera Mente nähern sich indes aus verschiedenen Perspektiven Musik, die zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges entstanden ist: Sehnsucht nach Erlösung, die Frage nach einer spirituellen Macht jenseits des Menschen und nicht zuletzt der Wunsch nach Frieden werden so greifbar.

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