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Rezension Kenji Miura – Heimat

Tiefenbohrungen

Pianist Kenji Miura beeindruckt mit Werken von Beethoven, Schumann und Brahms: Alles ist hier tief durchdrungen und charakterstark.

vonEcki Ramón Weber,

„Manchmal ist es eine tägliche, bewusste Entscheidung dafür, das Fundament für eine hoffnungsvolle Zukunft zu legen.“ So definiert Kenji Miura Heimat für sich. Der Pianist lebte in Japan, in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Großbritannien und wohnt seit einiger Zeit in Deutschland. „Heimat“ nennt er sein aktuelles Album mit Werken deutscher Komponisten: Beethoven, Schumann, Brahms. Miuras Zugang ist phänomenal und erfindungsreich. Beethovens „Appassionata“-Sonate erfüllt er mit vielfältigen Farben, sensiblen Zwischentönen, alles plastisch konturiert in einem weiten Dynamikspektrum. Hier hat man Bravour ohne billige Effekthascherei. Vor allem auch die Umbrüche und überraschenden Wendungen werden herausgearbeitet, schließlich wollte Beethoven die saturierten Hörer seiner Zeit aus der Behäbigkeit reißen. Dennoch kommt alles wie aus einem Guss. Diese von Miura tief durchdrungene Musik ist ein Erlebnis. Schumanns „Kinderszenen“ erfüllt er mit vielen Charakteren, verleiht jedem Stück ein starkes, überzeugendes Profil. Auch die berühmte „Träumerei“ lässt schwebend aufhorchen. Miuras Brahms ist genauso brillant und einfallsreich interpretiert.

Heimat
Beethoven: Klaviersonate Nr. 23 f-Moll op. 57 „Appassionata“, Schumann: Kinderszenen op. 15, Brahms: Fantasien op. 117

Kenji Miura
Warner

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