Stilbewusst

Rezension Martin Haselböck – Händel: Orgelkonzerte

Stilbewusst

Als Dirigent gelingt Martin Haselböck die heikle Verzahnung von Orgel- und Orchesterpart überwiegend gut. Solist Jeremy Joseph überzeugt durch Originalität.

Händels Orgelkonzerte op. 4 und op. 7 entstanden aus primär wirtschaftlichen Erwägungen: Innerhalb der Konkurrenz mehrerer Londoner Theater ins Hintertreffen geraten, wollte Händel mit dem Einschub von Orgelkonzerten in Opern- und Oratoriumsaufführungen dem Publikum neue Attraktionen bieten. Stilistisch nutzte er dabei, was ihm gerade einfiel beziehungsweise vor die Finger kam – bei einigen Konzerten von op. 7 verzichtete der begnadete Improvisator gar völlig auf die Ausarbeitung des Orgelparts: „Ad libitum“ lautet die Anweisung an den Solisten. Diese Leerstellen füllt nun Jeremy Joseph an der Orgel des Wiener Musikvereins gleichermaßen originell wie stilbewusst. Während Martin Haselböck bei einigen der Konzerte op. 4 als Orgelsolist rhythmisch etwas unstet wirkt, gelingt ihm als Dirigent die heikle Verzahnung von Orgel- und Orchesterpart überwiegend gut. Auch klangtechnisch sehr überzeugend.

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© Meinrad Hofer

Martin Haselböck

Martin Haselböck

Händel: Orgelkonzerte op. 4 & 7

Martin Haselböck (Orgel & Leitung), Jeremy Joseph (Orgel), Orchester Wiener Akademie
Alpha (ALP742)

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Termine

Sonntag, 17.10.2021 18:00 Uhr Kulturpalast Dresden

Thomas Hampson, Martin Haselböck

J. S. Bach/Liszt: Einleitung und Fuge aus der Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“, Dvořák: Vier Biblische Lieder, J. S. Bach/Landmann: Chaconne d-Moll, Wolf/Reger: Auf ein altes Bild, Schlafendes Jesuskind, Charwoche & Gebet, Crumb/Haselböck: Lieder aus dem „American Songbook II – A Journey Through Time“, Jandl/Haselböck: Weltgebräuche – literarisch-musikalische Aktion

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  • Mittwoch, 20.10.2021 20:00 Uhr Philharmonie Essen

    Thomas Hampson, Martin Haselböck

    Werke von Dvořák, Jandl, Crumb, Wolf, J. S. Bach & Haselböck

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