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CD-Rezension Moritz Ernst spielt Haydns Klaviersonaten

Mut zur Attacke

Auf den Spuren von Buchbinder, Brautigam und Schornsheim: Moritz Ernst spielt mit Mut zur Attacke sowie Sinn für Haydns Humor und Kontraste

vonChristian Lahneck,

Sonst tummelt er sich gern auf dem Terrain des Zeitgenössischen (Wollhauser) oder Entlegenen (Ullmann), jetzt startet Pianist Moritz Ernst ein ebenso überraschendes wie langen Atem erforderndes Projekt: die Einspielung sämtlicher Klaviersonaten von Joseph Haydn. Ernst begibt sich als auf die Spuren von Buchbinder, Brautigam, Schornsheim. Folge eins liegt nun vor, mit sechs Sonaten, frühen, mittleren, späteren Werken. Vorweg: Aufnahmetechnisch kann die Produktion nicht befriedigen. Der farbenreiche Klang des Steingraeber-Flügels wird nur unzureichend eingefangen, wie in einem zu engen, akustisch unzureichenden Raum. Ernst spielt mit Mut zur Attacke sowie Sinn für Haydns Humor und Kontraste, perlend im Anschlag, erfreulich pedalarm und wider die Gemütlichkeit. Doch an die gesangliche, dramaturgisch differenzierte Haydn-Gestaltung eines Brendel oder Schiff kommt er (noch) nicht heran.

Haydn: Sämtliche Sonaten Vol. 1

Moritz Ernst (Klavier)
Perfect Noise

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