Mittig, doch nicht beliebig

CD-Rezension Nicolas Altstaedt

Mittig, doch nicht beliebig

3 Sonaten von Bach für Cello & Cembalo gespielt von Nicolas Altstaedt und Jonathan Cohen

Romantisch oder historisch? Auch heute scheiden sich an dieser Frage nach der adäquaten Bach-Interpretation noch gern die Geister. Nicolas Altstaedt und Jonathan Cohen haben für ihre Aufnahme der drei Gamben-Sonaten einen trefflichen Mittelweg gefunden, ohne dabei in ihrer Interpretation im Ungefähren zu verklingen: Der deutsch-französische Cellist stimmte seine Stahlsaiten einen Halbton tiefer auf die um 1720 üblichen 415 Hertz, der Brite wählte statt des modernen Klaviers das ursprüngliche Cembalo. Das Ergebnis klingt nüchtern und improvisierend zugleich, weite Bögen werden gesponnen statt Ton für Ton zu zergliedern, strukturbewusst, ohne die persönliche Note zu verlieren. Und so hört man dieses Album nicht einfach als hübsche Unterhaltungsmusik zum Sonntagskaffee oder Bügeln, sondern lauscht nicht zuletzt dank des Cembalos den philosophischen und metaphysischen Konstruktionen Bachs.

Bach: Cellosonaten BWV 1027-1029
Nicolas Altstaedt (Violoncello), Jonathan Cohen (Cembalo). Genuin

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Termine

Donnerstag, 02.09.2021 18:00 Uhr Die Glocke Bremen
Donnerstag, 02.09.2021 21:00 Uhr Die Glocke Bremen
Samstag, 04.09.2021 21:00 Uhr Kammermusiksaal Berlin
Donnerstag, 23.09.2021 19:30 Uhr Schloss Esterházy Eisenstadt
Donnerstag, 21.10.2021 20:00 Uhr Philharmonie Essen

Nicolas Altstaedt, Orchestre des Champs-Élysées, Philippe Herreweghe

Brahms: Tragische Ouvertüre d-Moll op. 81, Schumann: Cellokonzert a-Moll op. 129, Dvořák: Sinfonie Nr. 7 d-Moll op. 70

Mittwoch, 09.03.2022 20:00 Uhr Residenz München
Freitag, 11.03.2022 20:00 Uhr Residenz München
Mittwoch, 23.03.2022 20:00 Uhr Philharmonie Berlin

Nicolas Altstaedt, Junge Deutsche Philharmonie, Dima Slobodeniouk

Salonen: Cellokonzert, Schönberg: Pelleas und Melisande op. 5, Wagner: Vorspiel zu „Lohengrin“

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