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Rezension Wiebke Weidanz & Stefan Temmingh – Händel

Große Bandbreite an Emotionen

Stefan Temminghs versierte Technik steht außer Frage: Mit seinem Instrument kann er alles an Emotionen zum Ausdruck bringen.

vonSabine Näher,

Die Absicht war ehrenvoll: Um möglichst vielen Kindern einen unmittelbaren Zugang zur Musik zu eröffnen, wurde die Blockflöte einst in jeder Volksschule unterrichtet. Für sie selbst war das eher nachteilig, weil man sie fortan vor allem mit schrägen Tönen und stümperhaftem Musizieren assoziierte. Dass sie von Komponisten früherer Zeiten durchaus hochgeschätzt war, rückte erst die historisch informierte Aufführungspraxis wieder ins Bewusstsein. Und virtuose Blockflötisten lassen seither den ramponierten Ruf des kleinen Instruments vergessen. Zu ihnen zählt Stefan Temmingh, der mit der renommierten Cembalistin Wiebke Weidanz eine CD mit Blockflötensonaten Georg Friedrich Händels vorgelegt hat. Das Cembalo funkelt und glitzert – oder zeigt mithilfe des Lautenzugs seine zarte Seite. Die Flöte kann alles an Emotionen zum Ausdruck bringen, von der größten Freude und wilden Ausgelassenheit bis zur bewegenden Melancolia. Und Temminghs versierte Technik steht ohnehin außer Frage.

Händel
Sonaten HWV 360, 362, 365, 367, 369 & 377
Präludien HWV 571, 572 & 576
Purcell: Prélude ZN 773
Anonymus (Babel Collection): Fantaisie Nr. 1 B-Dur

Stefan Temmingh (Blockflöte), Wiebke Weidanz (Cembalo)
Accent

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