Sechzehn Stunden Opernmusik des Gesanges beraubt und heruntergebrochen auf siebzig Minuten – man könnte meinen, da bleibt kaum noch etwas übrig vom ursprünglichen Werk. Doch mit Wagners monumentalem „Ring“-Konstrukt verhält es sich wie mit einer opulenten Nougat-Marzipan-Buttercreme-Torte: Auch wenn man nur ein kleines Stück herausschneidet und die Sahne runter macht, wird man immer noch satt davon. Dirigent Lorin Maazel hatte Wagners „Ring“ 1988 also quasi neu- bzw. umgeschmiedet, filterte die musikalisch-motivischen Essenzen heraus und verwandelte die übergroße Musiktheater-Tetralogie in eine gewaltige Sinfonische Dichtung. Reduziert in Drama und Umfang, aber nicht minder kraftvoll in Wirkung und Klang. Durchaus ein würdiges Werk, um den 460. Geburtstag der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin zu feiern. Gegründet 1563 ist sie das drittälteste Orchester Deutschlands – und damit sogar älter als die Operngattung selbst. Unsterbliche Szenen und Motive wie der „Walkürenritt“, „Siegfrieds Rheinfahrt“ oder „Wotans Abschied“ lagen damals noch als Zukunftsmusik in weiter Ferne.
460 Jahre Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin
Wagners „Ring“ neu schmieden
Die Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin begeht ihren runden Geburtstag mit Wagners „Ring ohne Worte“.
-
Schwerin war schon immer eine musikalische Stadt, doch letztendlich war es Herzog Johann Albrecht I. von Mecklenburg-Schwerin, der am 17. Juni 1563 die Schaffung einer neuen „Hof-Cantorej“ anregte – wohl mit weitreichenden Konsequenzen, denn dieser Tag ist die Geburtsstunde der Mecklenburgischen Staatskapelle…
Mehr auf dem Künstlerportal
Termine
-
Sa., 21. Februar 2026 16:00 Uhr
Kulturmühle Parchim, SchwerinKinder & Jugend
Die verlorene Melodie
Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin, Heng Che (Leitung), Reinhild Köhncke (Moderation), Linnea Vogel (Moderation)
-
Fr., 06. März 2026 19:00 Uhr
Konzert
Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin, Gábor Hontvári
Sibelius: Valse triste op. 44 & Sinfonie Nr. 7 C-Dur op. 105, Mazzoli: Sinfonia, R. Strauss: Tod und Verklärung op. 24
-
Sa., 07. März 2026 19:00 Uhr
Konzert
Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin, Gábor Hontvári
Sibelius: Valse triste op. 44 & Sinfonie Nr. 7 C-Dur op. 105, Mazzoli: Sinfonia, R. Strauss: Tod und Verklärung op. 24
-
So., 08. März 2026 16:00 Uhr
Konzert
Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin, Gábor Hontvári
Sibelius: Valse triste op. 44 & Sinfonie Nr. 7 C-Dur op. 105, Mazzoli: Sinfonia, R. Strauss: Tod und Verklärung op. 24
-
Fr., 10. April 2026 19:00 Uhr
Konzert
Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin, Friedrich Praetorius
Brahms: Tragische Ouvertüre d-Moll op. 81, R. Strauss: Don Juan op. 20, Chin: Subito con forza, Beethoven: Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93
-
Sa., 11. April 2026 19:00 Uhr
Konzert
Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin, Friedrich Praetorius
Brahms: Tragische Ouvertüre d-Moll op. 81, R. Strauss: Don Juan op. 20, Chin: Subito con forza, Beethoven: Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93
-
So., 12. April 2026 16:00 Uhr
Konzert
Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin, Friedrich Praetorius
Brahms: Tragische Ouvertüre d-Moll op. 81, R. Strauss: Don Juan op. 20, Chin: Subito con forza, Beethoven: Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93
-
Sa., 20. Juni 2026 17:00 Uhr
St.-Georgen-Kirche Wismar, WismarMusik in Kirchen
Mendelssohn: Elias op. 70
Festspiele Mecklenburg-Vorpommern
Auch interessant
-
„MeckProms“ mit der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin
Vom Piratenschiff bis zu den Sternen
Unter dem Motto „Ein Amerikaner in Schwerin“ lockt die Open-Air-Reihe „MeckProms“ mit Hollywood-Klassikern.
Rezensionen
-
CD-Rezension Lorin Maazel
In der Milde des Alters
Lorin Maazels Konzert zum Amtsantritt bei den Münchner Philharmonikern auf CD. Gespielt wird die 3. Sinfonie von Bruckner
-
CD-Rezension Wiener Philharmoniker
Auf in die Wiener Pop-Charts!
Die Popularisierung der Klassik macht auch nicht vor den Wiener Philharmonikern halt – oder ist es umgekehrt? Egal, seit einem Jahrzehnt lädt das Top-Orchester neben seinem Neujahrs-Reigen alljährlich auch zum Sommernachtskonzert, und auch wenn heuer Ende Mai bei Regen und Kälte gerade mal 15.000 statt der beworbenen 100.000 Besucher in…
-
CD-Rezension Sol Gabetta
Kratzbürstig
Mit dem Cello soll man singen. Sol Gabetta aber spricht, gackert und meckert, sie begehrt auf und mischt sich ein: Genau diese rhetorische Schärfe ist es, die Schostakowitsch wollte und die seine furiose Interpretin den schnellen Sätzen seines Cellokonzerts verleiht. Es geht um kämpferische Leidenschaft, Übermut und das Wagnis der…
-
Blind gehört Andris Poga„Es liegt mir auf der Zunge“
Andris Poga hört und kommentiert Aufnahmen von Kollegen, ohne dass er weiß, wer spielt.


