Im „Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen“ eröffnet das Gewandhausorchester unter dem Titel „Tacheles“ seinen Schwerpunkt zur Musik jüdischer Künstler mit einem Programm, das Paul Ben-Haim und Ernest Bloch ins Zentrum stellt. Ben-Haim, 1897 in München geboren, wirkte als Assistent unter Dirigentengrößen wie Hans Knappertsbusch und Bruno Walter, ehe er 1924 Kapellmeister in Augsburg wurde. 1933 emigrierte er nach Tel Aviv und avancierte dort zu einem der prägenden Komponisten des jungen Staates Israel. Seine Erste Sinfonie, im Kern bereits mit 18 Jahren konzipiert, zeigt deutliche Mahler-Bezüge und spiegelt zugleich die Erfahrungen eines Lebens zwischen den Frontlinien des Ersten Weltkriegs. Vollendet wurde das Werk erst 1940, überschattet von der Kapitulation Frankreichs und Bombenangriffen auf Tel Aviv.
Auch Ernest Bloch zählt zu den zentralen Stimmen jüdisch inspirierter Musik. Der gebürtige Schweizer wählte 1916 die Vereinigten Staaten als neue Heimat, wo unter anderem seine bekannteste Komposition „Schelomo“, eine Meditation für Violoncello und Orchester nach Worten des biblischen Königs Salomo, uraufgeführt wurde. Den Abschluss des Konzerts bildet jedoch Blochs monumentale Chorkomposition „Avodath Hakodesh“ – ein jüdischer Gottesdienst und musikalisches Plädoyer für kulturelles Miteinander. Am Pult steht der israelische Dirigent Omer Meir Wellber.






