Händel-Haus Halle

Eintauchen in Händels Leben und Werk

Das Händel-Haus feiert die Wiederentdeckung seines Namensgebers vor 200 Jahren durch den Kunsthistoriker Oskar Hagen.

© Thomas Ziegler

Heute ein Musikmuseum: Im Händel-Haus erblickte der Barockkomponist 1685 das Licht der Welt

Heute ein Musikmuseum: Im Händel-Haus erblickte der Barockkomponist 1685 das Licht der Welt

Bei vielen der heute bekanntesten und bedeutendsten Komponisten ist es kaum vorstellbar, dass sie nach ihrem Tod für viele Jahre in Vergessenheit geraten sind und erst durch intensive Recherche wiederentdeckt wurden. So war es bei Johann Sebastian Bach, dessen Werke Felix Mendelssohn dem Vergessen entriss, und so war es bei Georg Friedrich Händel, dessen Musik mehr als 150 Jahre nach seinem Tod nicht mehr gespielt wurde.

In Händels Fall war es der Kunsthistoriker, Dirigent und Musikwissenschaftler Oskar Hagen, der die Musik des Barock­komponisten während seiner Tätigkeit in Halle zwischen 1913 und 1918 kennenlernte und vom Gedanken einer Wiederaufführung seiner Opern faszniert war. 1920 – vor genau hundert Jahren also – war es dann so weit: „Rodelinda“ wurde in Göttingen szenisch auf die Bühne gebracht und sorgte für Begeisterungsstürme beim Publikum. Bis 1927 wurde die Oper 136 Mal aufgeführt.

Jahresausstellung im Händel-Haus Halle

Zu diesem besonderen Jubiläum widmet das Händel-Haus Halle Oskar Hagen nun eine Jahresausstellung mit dem Titel „Meine Seele sieht im Hören – Händels Opern, Oskar Hagen und die Bildkraft der Musik“, die noch bis zum 10. Januar 2021 zu besichtigen ist. Darin wird auch der rege Austausch zwischen Musik und bildender Kunst thematisiert, den vor allem Händel intensiv pflegte. Selbst ein großer Kunstkenner und Sammler, gelang es ihm  – ähnlich wie Beethoven – Natur­bilder mustergültig in Musik umzusetzen.

Wer noch mehr über Händel erfahren möchte, sollte sich unbedingt die mit zwei Design­preisen ausgezeichnete Dauerausstellung des Händel-Hauses anschauen, die pünktlich zum 250. Todestag des Komponisten am 14. April 2009 eröffnet wurde. Unter dem Titel „Händel – der Europäer“ können die Besucher hier mit rund 160 Exponaten in das Leben und Wirken des Komponisten eintauchen und alles über seine Zeit in Halle und seine späteren Jahre in Europa erfahren. Auch die ganz Kleinen kommen im Händel-Haus auf ihre Kosten: Für Kinder bietet das Museum ein breites musikpädagogisches Angebot, das ihnen ermöglicht, Händel, seine Musik und verschiedene Instrumente kennenzulernen. Klangexperimente, Tanz und altersgerechte Führungen machen es möglich. Ein Ort, der Jung und Alt viel bietet und der ohne die Pionierarbeit Oskar Hagens heute wohl nicht existieren würde.

Samstag, 10.10.2020 19:30 Uhr Händel-Haus Halle (Saale)

Beethoven – Schade, schade zu spät!

Svetlana Meskhi (Klavier), Hilmar Eichhorn & Hagen Möckel (Schauspiel & Rezitation)

Auch interessant

Opern-Kritik: Bühnen Halle – Un Ballo In Maschera

Zwischen Staatskasper und Müllcontainer

(Halle, 28.9.2019) Eröffnungs-Verdi: Die Oper Halle beginnt die neue Spielzeit mit einem „Maskenball“, der zumindest musikalisch begeistert. weiter

Opern-Kritik: Oper Halle – Julius Cäsar in Ägypten

Kopflos am Nil

(Halle, 31.5.2019) Peter Konwitschny triumphiert zum Auftakt der Händel-Festspiele mit einem auf deutsch gesungenen „Julius Cäsar in Ägypten“. weiter

Händel-Festspiele 2019

Der widerspenstigen Sängerin den Teufel mit dem Beelzebub austreiben

Die Händel-Festspiele lassen Frauenbilder der Barockzeit im Umfeld gegenwärtiger „Gender Stories“ aufscheinen. weiter

Kommentare sind geschlossen.