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Johannes Wildner dirigiert Mahlers „Lied von der Erde“

Vom Jammer des irdischen Daseins

Das Schleswig-Holsteinische Sinfonieorchester schließt sich für Mahlers „Lied von der Erde“ mit dem Sønderjyllands Symfonieorkester unter Johannes Wildner zusammen.

vonChristian Schmidt,

Alma Mahler war in der Künstlerbohème der Jahrhundertwende das, was man heute vielleicht einen Vamp nennen würde: Die wunderschöne Frau, die selbst bei Zemlinsky Kompositionsunterricht genommen hatte, bändelte mit einigen großen Künstlern an, auch schon während ihrer Ehe mit Gustav Mahler. Auch deshalb ist sie als Quelle nicht immer zuverlässig, wenn es um ihren Komponistengatten geht. Womit sie aber sicher Recht behielt, war Mahlers geradezu abergläubisch große Angst vor einer neunten Sinfonie, die ihn nach Fertigstellung der achten aus Respekt vor der magischen Zahl ergriff. Daher machte er aus seiner nächsten eine „Sinfonie für Stimmen und Orchester“ und ließ das „Lied von der Erde“ vom Jammer des irdischen Daseins nach pseudochinesischer Vorlage erzählen. Diese Vertonung in großem Weltenschmerz vermählt das Schleswig-Holsteinische Sinfonieorchester mit vier Liedern des dänischen Komponisten Steen Pade auf Texte Georg Trakls, woraus sich ein besonders inniger „Liederabend mit Orchester“ ergeben dürfte.

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