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Zum Tod von Jodie Devos

Von Namur in die Welt

Die belgische Sopranistin Jodie Devos ist am Sonntag im Alter von 35 Jahren gestorben.

vonJan-Hendrik Maier,

Ende April war Jodie Devos noch einmal voller Entschlossenheit auf der Bühne des Théâtre des Champs-Élysées mit einer Uraufführung des argentinischen Komponisten Alex Nante zu erleben. Nun ist die Sopranistin nach schwerer Krankheit mit nur 35 Jahren in Paris verstorben, wie ihre Agentur am Sonntagabend vermeldete.

Als Jugendliche ausgebildet von Benoît Giaux und Élise Gäbele im belgischen Namur, schloss Devos 2013 ihr Gesangsstudium bei Lilian Watson an der Londoner Royal Academy of Music ab. Die internationale Bühne betrat die Sängerin ein Jahr später mit dem Gewinn des Zweiten Preises und des Publikumspreises beim internationalen Königin-Elisabeth-Wettbewerb. Es folgte die Aufnahme in die Akademie der Pariser Opéra-Comique. Innerhalb von nur zehn Jahren studierte sie mehrere Dutzend Partien ein und feierte rasch weithin gelobte Debüts, unter anderem als Rosina in Rossinis „Barbier von Sevilla“ an der Oper Lüttich, als Königin der Nacht in Dijon und als Debussys Yniold an der Pariser Oper. Weitere Engagements führten sie unter anderem an die Opéra Québec. Darüber hinaus arbeitete sie mit Dirigenten wie Christophe Rousset und Leonardo García Alarcón zusammen.

Jodie Devos begeisterte mit Warmherzigkeit und enormem Talent

Große Beachtung fand ihr 2019 anlässlich des zweihundertsten Geburtstags von Jacques Offenbach veröffentlichtes Album „Offenbach Colorature“ mit teils selten gehörten Koloraturarien. Neben den großen Opernrollen galt ihre Liebe dem Liedrepertoire, unter anderem nachzuhören auf ihrem Album „And Love Said“, mit dem die damals 32-Jährige ein intimes Selbstporträt zeichnete und dem eigenen Werdegang von Belgien über England und nach Frankreich und Übersee nachspürte.

„Diese so unvorstellbare Nachricht erschüttert uns alle zutiefst. Wir wissen, wie sehr sie von ihren Kollegen, der gesamten Musikbranche und natürlich von ihrem Publikum geliebt wurde. Sie alle bewunderten ihr enormes Talent und liebten ihr warmherziges Wesen“, würdigt Jodie Devos’ Agentur die verstorbene Künstlerin.

Zu Ehren von Jodie Devos zeit ARTE concerts die Oper „La Vie Parisienne„, in der sie die Rolle der Gabrielle spielte.

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