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Kurt Weill Fest 2026

Zwischen den Welten? Mittendrin!

In seiner Geburtsstadt Dessau zeichnet das „Kurt Weill Fest“ den Komponisten als Mensch in Bewegung – zwischen Genres und Kontinenten.

vonBenjamin Elsholz,

Schüler Engelbert Humperdincks, Arbeitspartner Bertolt Brechts, Chansonnier und Broadway-Star: Kurt Weill zählt zu den vielseitigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Seine Geburtsstadt Dessau feiert ihren berühmten Sohn jedes Jahr rund um seinen Geburtstag am 2. März mit dem „Kurt Weill Fest“. In diesem Jahr steht das Festival unter dem Motto „In Bewegung“ – ein Hinweis auf Weills Emigration und seine Offenheit für die unterschiedlichsten Strömungen seiner Zeit. Denn der gebürtige Dessauer war nicht nur auf zwei Kontinenten erfolgreich, er überschritt auch Genregrenzen und nutzte populäre musikalische Elemente, um auf unterhaltsame Weise Stellung zu gesellschaftlichen Entwicklungen zu beziehen. In über 70 Veranstaltungen stehen in Dessau Weills Werke ebenso im Mittelpunkt wie zentrale Themen seines Lebens und Schaffens.

Jazz und Tanz

Zu Beginn folgt die Veranstaltung „Eternal Road“ Weills Lebensweg, der ihn nach der nationalsozialistischen Machtübernahme über Frankreich in die USA führte. Das Brecht Trio verbindet dafür biografische Stationen mit ausgewählten Werken aus Weills Œuvre. Seine Nähe zum Jazz steht im Eröffnungskonzert (27.2.) der Anhaltischen Philharmonie – moderiert von Pianist Joja Wendt – im Mittelpunkt; außerdem kombiniert das Leipjazzig-Orkester am 7.3. Gershwins „Rhapsody in Blue“ mit Auszügen aus der „Dreigroschenoper“. Dieses bekannte Werk lässt deutlich hören, wie Weill sich von zeitgenössischer Tanzmusik inspirieren ließ. Passend dazu rückt der Tanz in diesem Jahr besonders in den Fokus: nicht nur im Konzert „Klassik meets Tango“ (1.3.), sondern auch bei vier Auftritten der Sebastian Weber Dance Company, die in diesem Jahr Artist in Residence des „Kurt Weill Festes“ ist.

Gesellschaftliche Perspektiven

Zentrale Themen aus Weills Leben und Wirken prägen weitere Programmpunkte. So setzt sich der brasilianische Komponist Cláudio Santoro in seiner Oper „Alma“ auf ähnlich kritische Weise mit der sozialen Ungleichheit im São Paulo der 1920er-Jahre auseinander wie Weill und Brecht in ihren gemeinsamen Werken. Die Premiere dieses vieraktigen Musikdramas in portugiesischer Sprache findet am 28.2. im Anhaltischen Theater statt. Am 14.3. zeichnen die Sängerinnen Ulrike Hallas und Jil Clesse unter dem Titel „Weill … Frauen nun mal so sind“ mit Liedern und Texten von Weill, Brecht und Kästner das Frauenbild in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach. Mehrere Konzerte widmen sich zudem Weills jüdischen Wurzeln, darunter ein Auftritt des Leipziger Synagogalchores (1.3.) sowie ein Konzert des Klezmer-Klarinettisten Giora Feidman (14.3.). Am letzten Tag des Festivals löst das sonic.art Saxophonquartett mit Musik von Weill, Gershwin und Schostakowitsch das klangliche Versprechen des 1927 veröffentlichten Stummfilms „Berlin – Die Sinfonie der Großstadt“ ein.

Mitmachkonzerte, Lesungen und weitere innovative Formate runden das Festivalprogramm ab.

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